2012/12/31

Ich habe an eine Menge Dinge geglaubt. Das macht sie nicht wahr.

Weißt du, hieve ich bei Whatsapp ein. Meine Finger fliegen über die Tastatur. Ich hab grad nachgedacht... Ich will einfach mit allem Schluss machen, alles verlieren und dann so leben wie die Natur den Menschen vorgesehen hat - egoistisch und eigennützig. Ich stolpere über den Gedanken, meine Hände unterbrechen den Tanz kurz. Die Gesellschaft hat versucht uns zu sozialen Wesen umzuerziehen, aber damit jetzt Ende. Man kann sich nicht ewig der Natur widersetzen.


Guten Rutsch euch allen. Ich habe Silvester nie gemocht und daran hat sich dieses Jahr auch nichts geändert... Zeit für Veränderung ist immer und es ist ein Tag wie jeder andere auch.





2012/12/28

I'm drunk of life.

Mein Kopf explodiert aus grellen Lichtblitzen, eine Hand, die sich durch mein Gehirn wühlt, eine eiskalte Klaue an meiner Kehle, die die Luftröhre aufschlitzt. Jedes Mal brennend Sauerstoff durch den Hals, jedes Mal Mühe, die verbrauchte Luft loszulassen.


Pause vom Rap. Casper, Prinz Pi, eRRdeKa. Aufhören zu denken, Schlagzeug, Gitarre, zuschreien lassen.


2012/12/25

Vom Werden und Warten und Entfernungen Raten bleibt die Lüge vomFreisein ein Sterben auf Raten

Momente vergehen wie Nichts. Wie lange dauert es, das Nichts? Ich sitze herum, starre die Wand an, schaue später auf die Uhr und merke, dass der Stundenzeiger zwei Zahlen weitergewandert ist.
Die Zeit rast und rast und ich komme nicht hinterher. Ich werde nicht an meinem Geburtstag alt. Ich werde es an Weihnachten. Weil ich mich jedes Jahr an das vorherige erinnere. Was ich dachte, was ich wollte, wie ich war. Merke, dass ich mich verändere, obwohl ich nichts tue.
Dann gleichzeitig, dass ich Tage durchlebe, die Monate zurückliegen und immer noch weiß, was ausgesprochen wurde, wie die Reaktion darauf war. Und trotzdem weiß ich nicht mehr, was gestern war.
Lebe in alten Zeiten, vergesse das Jetzt.
Meine Wahrnehmung geht kaputt.

2012/12/16

And that shows that intuition can sometimes get things wrong. And intuition is what people use in life to make decisions.

Mit Socken stehen wir auf den nassen Steinen. Mitten in der kalten Dezembernacht, ohne Jacke, ohne Schuhe. Erzählen uns Geschichten, zünden Wunderkerzen an, lachen. Das einzige Licht kommt vom Wohnzimmer hinter uns und beleuchtet nur schwach den vorderen Teil der Terrasse. C. hält Me. in den Armen, sie teilen sich eine Zigarette, Ma. raucht wortlos. Ich stehe mit P. an der Treppe, die in den Garten führt. Es regnet immer noch, schlierende Fäden, die auf den Boden fallen, ein monotones Hintergrundgeräusch.
"Hey!" An der Hecke tauchen Umrisse von zwei Gestalten auf. Ich zucke erschrocken zusammen und gehe unbewusst näher zu P. Die Schatten springen schwerfällig über den Zaun, rufen irgendwas und kommen auf uns zu. Wir halten in unseren Gesprächen inne, reden aber sofort wieder durcheinander, als wir die Stimme erkennen.
N. kommt zuerst aus dem Nichts, das Licht fällt auf sein Gesicht, er grinst, einen Regenschirm in seiner Hand. B. folgt ihm überraschenderweise, ich habe jemand anders erwartet.
"Was macht ihr gerade?" N. schaut in die Runde. Hände mit Zigaretten heben sich. Ma. gibt N. seine Tabakdose. C. und Me. haben sich immer noch nicht losgelassen. P. und ich sind weiterhin am Rand und schauen in den Regen.
N. versucht seinen Regenschirm zusammenzufalten. Das Geräusch von brechendem Holz unterbricht seine Flüche, eine verdutzte Stille entsteht, wir lachen. Achtlos wirft er die beiden Teile in die Dunkelheit.
Der Wind weht den Regen herein, ich ziehe mich mit P. zurück zur Terrassentür, wo alle stehen. N. schaut mich abschätzend an und grinst. "Ich bin enttäuscht von dir, Anna."
Ich lache. "Das habe ich heute Abend schon ziemlich oft gehört", bemerke ich mit einem Anflug von Bissigkeit. Ich schnippe die Asche weg, merke, dass die Kippe nicht mehr glimmt und drücke sie in den Aschenbecher. Ein Gedanke schießt mir in den Kopf und hakt sich fest.
Ich enttäusche grundsätzlich jeden.

2012/12/15

Ruf mich nicht an, ich bin tot, meine Haut grün, die Augen rot, lad mich nicht ein, denn da wo ich hingehe regnet es bloß.

Bring es nicht mehr über mich, mich mit Schlaf ruhigzustellen, zu betäuben. Das Ticken der Uhren vergeht unendlich langsam. Momente dehnen sich. In den einen laufen sie alle.

2012/12/10

왜태어났니

Ich drehe das Feuerzeug in meinen Händen. Irgendwann sollte ich mir mal selbst eins zulegen - meine Streichhölzer sind irgendwo verschwunden, aber ich mache mir nicht wirklich Mühe, sie zu suchen.
Das ist nicht das einzige, was ich vergessen habe. Ich starre den Brief an, den ich heute abgeben wollte, fein säuberlich gefaltet liegt er vor mir. Durch das Licht schimmert meine Handschrift durch.
Ich schraube das Fläschchen Desinfektionsmittel auf, kippe mir was auf die Handfläche, drehe meine Hand. Hellblaue Flüssigkeit läuft meine Finger herunter, die Tropfen klatschen auf das Papier. Paar Wörter werden sichtbar, bevor die Tinte verläuft und kunstvolle, verblichene Striche überbleiben. Es riecht angenehm nach Benzin.
Ich klemme das Blatt zwischen meine Finger, halte das Feuerzeug darunter und sehe, wie das Propanol seine Arbeit tut.

2012/11/24

Anfang und Ende einer Liebe kündigen sich dadurch an, dass mansichscheut mit dem anderen allein zu sein.

"Weißt du, womit eine Beziehung anfängt?", fragt er unvermittelt.
Die Zusammenhanglosigkeit überrascht mich. "Nein."
Er legt den Kopf schief und lehnt sich zurück. "Sie beginnt damit, dass der eine den anderen mehr liebt." Ich weiß, was jetzt kommt. Der Schmerz ist nahezu mit den Händen zu greifen. "Und so endet auch eine Beziehung."
Die folgende Stille ist anklagend.

2012/11/14

Ich betrachte die Weltkarte an der Wand, schließe die Augen und stellemit vor, ich konnte überall sein - das Gefühl der Freiheit.

In manchen Momenten könnte ich mir den Kopf abreißen und jetzt ist so einer davon.
Ich hasse mich selbst dafür, irgendwie den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden und was für Fehler und Macken jetzt erst recht aufgedeckt werden. Verletzlich, klein.
Der Himmel voller aasfressender Krähen und mittendrin eine verrottete Seele.
Meine Winkekatze knarzt mit jeder Bewegung. Jedes Ticken lacht mich aus. Verhöhnt mich.
Tick, Tick, Tick, Tick.
Versager, Versager, Versager, Versager.
Ich kotze meine Gedanken aus und sie kotzen ihre Paradoxität aus.
Ruhe. Keine Erwartungen, keine Wünsche, keine Vorstellungen, kein Druck - nichts. Mich zurückziehen, niemanden sehen.
Und mit dem Alleinsein kommen die Gedanken, die in meinem Kopf gegen hallende Leere knurren, nicht rauskönnen, elendig krepieren.
Ich will nicht denken, verdammt noch eins.


2012/11/09

Meine Rebellion ist an deinen Lippen zerschellt.

Jeder Blick reißt meine Fassade ein, jede Nähe lässt meinen Schutzwall bröckeln, den ich selber um mein Inneres errichtet habe.
Mein Magen ätzt sich selber weg. Jeder Atemzug fühlt sich an, als würden kleine Eisnadeln meine Lunge durchbohren.
Wie kann es sein?
Dieses Gefühl, dass jemand dich will und liebt?

"Es gibt Menschen, die lieben sich selber so wenig, dass sie gar nicht verstehen können, wenn ein anderer sie liebt."

2012/11/02

There are no more rabbits in my hat to make things right.

Ich hab das Gefühl, hassen zu müssen. Nicht dass ich dazu genötigt werde, sondern dass die Umstände so sind, dass es einfach nicht anders geht.
Ich benutze Sarkasmus als Ventil. Beißender und ätzender Sarkasmus.
Wenn einfach alle ehrlich wären - das Leben wäre brutaler, aber leichter.
Hart genug, erst mal bei mir selber anzufangen.


Verlieb dich nicht. Spring lieber von einer Brücke. Tut weniger weh.

Im Verlieren will ich die Erste sein.
Umgeben von Leuten, von Menschen die ich mag, und trotzdem unerträglich allein und abgeschottet.
Ich will nicht hier bleiben, nicht hier sein, aber auch nicht nach Hause, wo ich genau so unerwünscht bin, ich will ins Nirgendwo, ins Irgendwo.
Vernachlässige nie deine Freunde.

Doppelleben.

Kraftklub - Mein Leben.


Facebook Fragen-Antworten-Spiel, Teil 3.

Kann es eine Freundschaft zwischen Mädchen und Jungs geben?

Hm. Da brauche ich eigentlich nicht lange überlegen. Nein.

Ich habe es zu oft miterlebt, um meine Meinung da ändern zu können. Es war ausnahmslos bei JEDER Freundschaft, dass das Mädchen sich in den Jungen oder der Junge sich in das Mädchen verliebt hat. Und wenn ich "jede" meine, meine ich wirklich jede.
Freundschaft in diesem Sinne, dass man sich sieht, sich trifft, miteinander redet, sich gut versteht. Und nicht Facebook Freundschaften. Wobei mir das auch zwei Mal untergekommen ist, dass es da zwei geschafft haben, mehr zu wollen.

Ich persönlich kenne beide Seiten. Beides ist nicht so schön, wenn man zu viel gewagt hat und keine Erwiderung kommt.
Manche haben Glück und es entwickelt sich dann eine Beziehung daraus. Sie führen eine Beziehung mit der Person, die sie zu lieben gelernt haben durch die Freundschaft.
Die meisten haben weniger Glück. Sie bleiben entweder in der Friendzone oder verlieren sogar die Freundschaft, weil der andere Distanz schaffen möchte.

Mal abgesehen von den offenkundigen Gründen in meiner Umgebung denke ich es trotzdem.
Angenommen, man lernt jemanden neues kennen. Diese Person gehört dann zum Freundeskreis, wenn sie entweder gut aussieht oder man sich gut mit ihr versteht oder idealerweise beides.
Es passiert immer. Man sortiert unbewusst.
Ganz ehrlich - ich kenne nie jemanden, der gerne mit jemanden befreundet sein will, der nicht besonders aussieht UND keine gemeinsamen Interessen hat. Menschen sind nunmal von Natur aus egoistisch und oberflächlich.
Und dann hat die Person des anderen Geschlechts erst mal den Stempel "Freund".
Vielleicht stellt sich heraus, dass die Person doch vom Charakter her anders ist als man gedacht habe. Dann versucht man weiterzumachen, hoffen, dass es sich ändert oder man lässt es und sagt, "die Freundschaft welkt". Dass Menschen sich freiwillig von einem schönen Aussehen trennen, wage ich zu bezweifeln.
Nach der Anfangsphase des Kennenlernens ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis einer der beiden sich in das Aussehen oder in den Charakter des anderen verliebt. Die andere Person passt ins Beuteschema. Man hat schon sortiert. Entweder das wunderschöne Gesicht, die fabelhafte Figur, dieselben Macken, die gleiche Musik, die ähnlichen Ansichten.

Eine Freundschaft an sich, ohne Verlangen, die andere Person bloß als Freund - eine von Millionen Freundschaften vielleicht. Wenn eine der beiden homosexuell ist. Wenn beide Personen an andere vergeben sind. Vielleicht.

2012/08/24

#2 Gedanken eines Solipsisten

Momente von brüllender Stille und das Hereinbrechen des Bewusstseins.

Und dann, in solchen Situationen, will ich wieder der Mensch sein, den wir wir alle vermeiden wollen zu sein: Der Mensch, der zerstört, anstatt zu erschaffen. Der Mensch, der die wissenschaftlichen Fortschritte zu Massenvernichtungswaffen missbraucht. Feuer legt und alles verbrennt. Vernichtet.

Genauso einer will ich sein. Freundschaften oder Verbindungen zu jedem einzelnen Menschen zerhacken.
Nicht mehr tragbar. Die Freundschaft soll uns dienen - doch wir laufen der Freundschaft doch mehr als nur einmal hinterher.

Vielleicht habe ich das Prinzip der Freundschaft immer noch nicht verstanden.

Ein Netz von Verbindungen. Ein Netz von Verpflichtungen jedem einzelnen gegenüber.
Und wenn ich mich mal meinen Pflichten hingebe und anderen Geheimnisse vermache, weil man sonst kein richtiger Freund ist, folgt direkt der Vertrauensbruch in Form von neuen Gerüchten über die Geheimnisse.

Undankbarkeit ist der Welten Lohn.

Und wenn ich mal so weit bin, nur das Beste für meine Freunde zu wollen, und die Interessen meiner Freunde unvereinbar sind und miteinander kollidieren und das System zusammenbricht, und weil ich niedergemacht werde, weil ich angeblich alles mithilfe eines Eingriffs meinerseits hätten verhindern können... Zusehe, wie die Freundschaften sich gegen mich wenden...

Und dann nur noch die Gewissheit bleibt, dass dieses beidseitige Vertrauen einseitige Ausnutzen einen selbst zerfleischt.

Wer kann mir dann schon übel nehmen, wenn ich den Glauben an das Gute im Menschen verliere.


Für Funda.


2012/06/27

"Der Junge macht all diese furchtbaren Sachen, weil er sich in dich verknallt hat, Schatz!" - Wisst ihr was das heißt? Wir werden dazu ermutigt - nein, darauf programmiert - zu glauben, wenn ein Typ sich wie ein Vollidiot aufführt, heißt das, dass er einen gern hat.

Ich treffe nach einiger Zeit wieder meinen Cousin. Genau genommen Stiefcousin. Wirtschaftswissenschaftenstudent in Jena, 20 Jahre alt.
Als ich in die Wohnung meines Onkels komme, sehe ich ihn am Wohnzimmertisch sitzen, seinen iPad an der einsteckbaren Tastatur sitzen und tippen.
„Hey“, begrüße ich ihn und platze auch gleich heraus: „Schreibst du an deinen neuem Blogtext?“
Ja, sein Blog. Ich habe ihn vor paar Tagen entdeckt und mein Gehirn saugt seine Texte wie ein trockener Schwamm auf.
Themen: Liebe, Beziehung, Sex… Flirten, gescheiterte Lieben, Schlussmachen, blahblah – das volle Spektrum.
Wir reden sogleich auch darüber. Nur das Geplänkel der Erwachsenen über Fußball stört uns.
„Warte.“ Er schnappt sich einen Eiskaffee und seine Zigarettenschachtel. „Lass uns zum Reden auf den Balkon gehen.“
Ich schaue auf die Uhr. So ziemlich genau neun Uhr abends. Der Himmel färbt sich golden, die Sonne geht unter.


Er zündet sich eine Zigarette an und fängt an zu rauchen.
„Die wichtigsten Fragen, die du dir stellen musst, bevor du losgehst: Wer bist du? Und was willst du? Was möchtest du erreichen?“
Auf die Frage bin ich nicht gefasst. Ich will zunächst alles wissen. Dann sehe ich weiter mit den konkreten Zielen.
Er bringt mir zunächst die grundlegendsten Sachen bei. Nach dem Prinzip: Mach was aus dir. Er schnippt den Zigarettenstummel weg.

Erste Lektion: Männer sind Jäger. Frauen müssen ihnen das Gefühl geben, dass sie selbst die Beute erledigen, ansonsten werden wir uninteressant.
„Alle Männer wollen mit einer 10 ins Bett. Und genau das sind Männer, die nie eine abkriegen werden! Denn du kannst dein ganzes Leben lang auf eine 10 warten. Anstatt zu sagen: Ich gehe lieber mit einer 7 oder 8 ins Bett. Diese Männer wollen nur irgendeine. Und weißt du wie sie das machen? Sie gehen raus und auf die Suche – ohne Erwartungen.“
Zugegeben, das klang einleuchtend – und erklärte auch das Klischee, warum Männer alles aufreißen, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Wenigstens erfahre ich jetzt den Grund, warum.

„Geh nie mit Selbstzweifeln in die Sache. Wenn du schon denkst, es wird schlecht, dann wird es auch schlecht! Mit so einer Einstellung ist Erfolg unmöglich!“
Das Prinzip der Entschlossenheit. Aber es gibt unendlich viele Sachen, die schieflaufen könnten. Zum Beispiel…
Als ob er es von meinem Gesicht abgelesen hat, fährt er fort: „Aha, man hat also Angst. Davor, dass man abgelehnt wird. Richtig?“
Ich nicke. Er zündet sich seine zweite Zigarette an, inhaliert tief und atmet aus. Der Wind weht den Rauch in meine Richtung. Irgendwie riecht das im Moment angenehm.
„Gut. Dann verrate mir mal – was passiert mit dir, wenn du abgelehnt wirst?“
Was ist das denn bitte für eine Frage? „Man ist traurig.“ Wobei das ja noch etwas untertrieben ist.
„Wird dir die Hand abgehackt?“
Abstruse Frage. „Nein.“
„Werden deine Freunde umgebracht?“
„Nein.“
„Wirst du eingesperrt?“
„Nein!“
„Siehst du? Was hast du zu verlieren?“
Bevor ich im Gedanken die richtigen Wörter zusammenkratzen kann – Verlust des Selbstwertgefühls, was teilweise echt gravierend sein kann – schießt er bereits die nächste rhetorische Frage auf mich ab. „Und weißt du, was schlimmer ist, als traurig zu sein?“
Ich bin es leid, ständig Nein antworten zu müssen, was mich wie eine komplette Idiotin aussehen lässt, und warte seine Antwort ab.
„Bereuen.
Ich war nicht traurig darüber, als ich meine Exfreundin verlassen habe. Kein bisschen. Bis heute nicht.
Was ich aber bis heute bereue, ist, dass ich sie als dumm beschimpft habe. Obwohl sie es nicht war, im Gegenteil. Ich habe sie wegen einer Kleinigkeit als dumm bezeichnet, und sie hat geschrien: ‚Ich bin nicht dumm!‘ Ich habe mich deswegen nie entschuldigt. Und das bereue ich bis heute.“
Er zieht noch an seiner halb aufgerauchten Zigarette, dann lässt er sie achtlos fallen. Sie rutscht die roten Dachziegel runter und verschwindet dann in der Dachrinne.

„Zweifle nie an dir selbst und lass nie zu, dass andere dich fertig machen! Nenn mir irgendwas, wofür dich die anderen ständig aufziehen.“ Ohne mich aus den Augen zu lassen, trinkt er an seinem Kaffee.
Da muss ich nicht lange überlegen. „Ich bin zu klein.“ Mit 1,66 m in meinem Alter bin ich keinesfalls zu klein. Aber zwischen meinen Freunden sehe ich, bis auf einigen Ausnahmen, wie eine Liliputanerin aus.
Er steckt sich bereits eine neue Zigarette an. „Du bist zu klein? Okay. Zu klein für was?“
Die einfache Gegenfrage verblüfft mich. Noch mehr verblüfft mich, dass ich keine vernünftige Antwort darauf finde.
„Siehst du? Wozu bist du zu klein? Mal abgesehen davon, dass du im Supermarkt vielleicht nicht ans oberste Regal herankommst.“
Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört: Lass dich nie von anderen fertig machen. Das ist das erste Mal, dass ich den Sinn des Satzes richtig begreife.
Er fährt fort: „Ein Typ hatte mich mal blöd angemacht. Ohne darauf einzugehen, habe ich geantwortet: ‚Warum musst du dein Ego aus Minderwertigkeitskomplexen bei anderen aufbauen, indem du sie fertig machst?‘ Er meinte, ich sollte mit dem ‚Psychogelaber‘ aufhören, und ist dann abgehauen.“
Dass meine Bewunderung minütlich steigt, ist wohl noch untertrieben. Was für ein Glück ich habe, dass ausgerechnet dieser Mann mein Stiefcousin ist.

Plötzlich kommt der Bruch. Während er seine dritte Zigarette innerhalb des dreistündigen Gesprächs raucht –mittlerweile ist es über Mitternacht und stockduster –,  erklärt mir, wie genau beziehungsweise nach welchem Prinzip man Typen aufreißt. Erklärt mir alles dreifach, bis ich es im Kopf habe. Gibt dazu Beispiele, die er erlebt hatte. Kein Problem. Es ist relativ einfach.


"Okay, dann proben wir das mal."
"Wir proben das?" Ich reiße entgeistert die Augen auf. Er trifft mich absolut unvorbereitet.
"Klar, warum nicht? Ich habe es dir doch gerade beigebracht. Ich hoffe, du erinnerst dich dann noch an alles.“ Er wendet sich mir zu, mit einem sympathischen Lächeln auf den Lippen und hält mir die Hand hin. "Hi, ich bin Bach, und wer bist du?"
Ich versuche mich in die Situation hineinzuversetzen (ich hoffe, dass ich irgendwie die Sache möglichst schlagfertig reißen kann), nehme seine Hand und setze ein Lächeln auf. "Hey, ich heiße Anna."
"Anna. Und, was machst du hier so?", fragte er locker.
Ich starre ihn an und breche mit meiner Hilflosigkeit aus dem Rollenspiel aus. Ich meine, wir stehen auf einem 3 m²-Balkon und unterhalten uns über Psychotricks, wie man das andere Geschlecht rumkriegt. "Wo sind wir denn?"
"Wir sind auf einer Party."
"Achso, okay. - Ich feier mit ein paar Freunden." Nicht gerade die brillanteste Antwort, aber wenigstens habe ich vernünftig fünf Wörter aneinandergereiht. Ein Fortschritt in Sachen Souveränität. (und Mathebehinderung.)
"Wo sind denn deine Freunde?"
„Nicht hier.“ Eine schlechte Antwort, aber immerhin schlagfertig.
Er lässt allerdings nicht locker. „Wo denn?“
Nach fünf Sekunden Überlegen: "Okay, und was soll ich jetzt darauf antworten?"
Ich kann förmlich sehen, wie er mir den Stempel Blöde Frage an die Stirn klatscht. "Was trinken holen? Auf dem Klo?", schlägt er vor.
"Was trinken holen dann. – Moment mal, es sind doch nicht alle auf dem Klo“, kommentiere ich argwöhnisch.
„Die wenigsten werden das hinterfragen, die meisten werden das einfach so hinnehmen“, beruhigt er mich. Er grinst. „Ich hätte dann gesagt: Alle?“ Er verschränkt die Arme. „Warum gehen Frauen immer zusammen aufs Klo?“
Überraschung. Ich hatte keine Antwort auf seine (mehr rhetorische) Frage.
Scheint er auch langsam zu merken. „Du könntest sagen: Frauengeheimnis.“
„Okay. Frauengeheimnis.“ I’m feeling absolutly retarded.
Ein süffisantes Lächeln. „Und warum bist du dann hier?“
„Ich bin –nein.“ Ich verziehe den Mund. Ich bin nicht so wie die anderen Frauen, wollte ich sagen, aber ich komme mir albern vor. Ich überlege mir fieberhaft was Neues.
„Was wolltest du denn sagen?“
Ich wiederhole meinen Satz.
„Der wäre gut gewesen.“
Scheiße. Ich bin zu ehrlich in solchen Sachen. Bisschen Selbstwerbung.
„Und wie alt bist du?“, fährt er fort.
„Fünfzehn.“
„Was ist das denn für eine langweilige Antwort?“, schimpft er lachend.
„Langweilig?“, wiederhole ich irritierend. Sollte ich etwa antworten: Ich bin die Quadratwurzel aus 225 alt. (Hey, meine Mathebehinderung nimmt ab. Danke an den Taschenrechner.)
„Du hättest sagen können: Ein Gentleman fragt nicht nach dem Alter. – Gut, wobei ich dann gesagt hätte: Wo sind denn hier die Ladies?“ Bei diesen Worten breitet er die Arme aus und schaut sich suchend um, und ich lache; es sieht urkomisch aus.
Er schaut mich streng an. „Und was hättest du jetzt machen müssen?“
Verdutzt schaue ich ihn an. Dann fällt der Groschen. „Achja. Punkt Zwei, richtig?“
Er stimmt mir zu. „Richtig.“


Genug Einsicht. Den Teil hier lasse ich raus. Hallo? Ich will mir meine neu erlernte Technik nicht verderben, indem ich sie hier verrate.
Aber er hat sie auf seinem eigenen Blog veröffentlich. 11.132 Wörter könnt ihr durchkauen, viel Spaß. Aber scrollt euch durch, lest es und findet die Erleuchtung – sein Blog ist es wirklich wert, dass ihr mal paar Stunden eures Lebens dafür sausen lässt. Zumal ich in nächster Zeit Bilder und Zeichnungen dazusteuern werde :)

2012/06/02

Facebook Fragen-Antworten-Spiel, Teil 2.

Würdest Du Dein Todesdatum im Voraus wissen wollen?




Sein Todesdatum im Voraus zu wissen ist doch nichts anderes, als sein natürliches Todesurteil zu erfahren.
Sowas würde die Gesellschaft komplett moralisch umkrempeln.

Die Suizidrate könnte steigen. Ich sterbe heute doch sowieso, dann kann ich meinem Leben doch ein Ende setzen, dann kann ich wenigstens meine Todesart bestimmen. Stolz, der einen dazu bewegt. Doch was ist, wenn das nicht der Tag ist, an dem man sterben würde, sondern gerade weil der Stolz den Todestag vorprogrammiert?
Kriminalität kurz vor dem ewigen Nichts - kein Thema. Werde ich geschnappt? Egal. Selbst wenn ich angeklagt werde, selbst wenn ich im Gefängnis verrotten muss, in einer Woche existiere ich sowieso nicht mehr. Aber was ist, wenn es die Todesstrafe ist, durch die das Leben beendet wird und man ohne die Straftat hätte weiterleben können?

Klar. Natürlich könnte auch das Gegenteil der Fall sein. Selbstmordraten gehen zurück, das Leben wird geschätzt. Wird sozialer. Kriminalität wird verpönt, man respektiert den Besitz anderer. Häuft sich nicht so viel Geld oder Besitztümer an. Denn es hält nicht ewig.

Eigentlich war ich jemand, der es immer wissen wollte, sein Todesdatum. Um sein restliches Leben zu planen und sorgfältig zu leben. Mehr Energie und Bewusstsein in jeden einzelnen Atemzug packen. Keine Sekunde zu verschwenden. Die Welt sehen. Irgendwie meinen Fußabdruck in diese schnelllebige Welt lassen. Aber mittlerweile habe ich es eingesehen, dass es eher hinderlich ist.

Wie soll man vernünftig leben, sein Leben genießen, sich Gedanken um die Zukunft machen? Hat jemand schon mal einen glücklichen Krebskranken gesehen, den die Krankheit unerwartet trifft und noch nicht mit dem Leben abgeschlossen hat und der mit seiner Prognose glücklich ist? Unwahrscheinlich. Mal abgesehen davon, dass sie jahrelangen Schmerz erlitten haben und erlöst werden wollen.
Aber wenn sie aus dem Leben gerissen werden?

Die Vorteile, die das Wissen eventuell bringen würden und die ich gut finden würde, wäre noch, dass man sich mit dem Leben nicht so abhetzt. Ein Zitat dazu, was mich immer wieder inspiriert: "Die schönsten Erinnerungen sind stets Erlebnisse, für die man sich Zeit genommen hat. Ich weiß genau, dass ich immer durch das Leben gehetzt bin, zu viel Ungeduld und Rastlosigkeit im Gepäck gehabt, zu viele Chancen verpasst, zu viele wertvolle Menschen im aufgewirbelten Staub übersehen habe." (Charles Kuralt) Man denkt bewusster über sich selbst nach. Befasst sich mit Sinnfragen. Leben? Wie viel ist es wert? Warum Tod? Warum dieser unendliche, unvermeidliche Kreislauf?

Und selbst wenn. Nein. Ich würde es nicht wissen wollen.


2012/05/25

Die Mathematik als Fachgebiet ist so ernst, dass man keine Gelegenheit versäumen sollte, dieses Fachgebiet unterhaltsamer zu gestalten.

Mathe geschrieben. Und verschissen.
Ich mache mir auf dem Nachhauseweg Gedanken darüber, selbst das fröhliche Geplänkel meiner besten Freundin kann mich nicht ablenken. Nein, das ich mir Gedanken mache stimmt nicht. Sie kommen einfach und schnüren mein Hirn fest.
Mein Magen rebelliert.
Ich komme an meinen ehemaligen Kindergarten vorbei. Die Kleinen spielen draußen, rufen sich gegenseitig was zu, lachen. Ich schmecke beinahe die glückliche Aura, die dort herrscht.
Wie wir alle früher es kaum erwarten konnten, groß zu werden. Wie naiv ich war. Nun bin ich groß. Ich will zurück.
Ich erzähle meiner Mutter, wie ich ungefähr abgeschnitten habe. Ich hätte es lassen sollen.
Sie nimmt mich nicht in den Arm und tröstet mich, wie ich es erwartet habe. Nein. Ich hätte mehr lernen sollen. Hätte überhaupt lernen sollen. Angeblich hab ich nur rumgehockt. Weniger Sms schreiben und zocken sollen. Hätte meine Vorbereitungen früher anfangen sollen und nicht ein Tag davor.
Sie feuert die Vorwürfe wie Messer auf mich ab. Normalerweise ist mir das egal. Normalerweise werden sie an meiner Gleichgültigkeit stumpf. Ich ziehe normalerweise den Kopf ein und warte, bis das Gewitter vorbei ist. Heute nicht. Heute durchbohren die Vorwürfe mich mit einer solchen Intensität, dass ich unbewusst Luft hole und schreie, bis mir meine Stimmbänder wehtun. Ich vergesse mich selbst. Höre auf. Atme schwer wie nach einem Marathonlauf und zittere.
Ich werde doch noch in den Arm genommen.

2012/05/21

Ich fühle eine überwältigende Leere in mich hereinströmen. Sie ist riesig, dunkel, absolut empfindungslos. Es ist, als würde man in ein betäubendes Gelee sinken. Keine große Sache. Ich bin daran gewöhnt. So ist mein Leben heute eben.

Die Antriebslosigkeit ist wieder da und hält mich fest umschlungen.
Ich will dem Tag mehr Struktur verleihen. Irgendwas sinnvolles in den 24 Stunden machen. Es geht nicht. Jeder Versuch scheitert. Meine To-Do-Liste wird länger. Für jede erledigte Arbeit kommen zwei hinzu. Trotzdem schiebe ich alles bis zuletzt auf. Allein der Gedanke, dass ich das noch machen muss, bringt mich fast um.
Eigentlich hab ich genug Zeit. Nur sitze ich da und starre ins Leere. Akzeptiere lieber die Langeweile als den ganzen Haufen Arbeit.

Heute ist wieder Schule. Morgen schreibe ich meine Zentrale Klausur in Deutsch. Drei Tage später in Mathe. Ich krieg das Kotzen. Seit Wochen ist "Ich hab jetzt schon kein Bock mehr" meine Standartbegrüßung. Bereits auf dem Hinweg würde ich am liebsten umdrehen und wieder nach Hause gehen. Mich an den Schreibtisch setzen oder mich aufs Bett werfen. Nachdenken. Nichts tun.

Was mach ich bloß?

Leben ist wie Rauch. Wir machen uns nur etwas vor, wenn wir glauben, dass es anders ist. Es genügt eine kräftige Böe, und wir schweben davon und lösen und auf, und zurück bleibt nichts außer einem Hauch von Existenz in Form von Erinnerungen.

Ich habe mich in meinem Zimmer verbarrikadiert. Will niemanden mehr sehen oder hören. Drehe die Musik bis zum Anschlag auf. Nehme die Streichhölzer raus, die ich immer bei mir habe, obwohl ich nicht rauche. Eigenartig, warum eigentlich?
Ich lasse den Zündkopf an der Zündflache runterratschen. Warte, bis es endlich Feuer fängt.
Die Flamme züngelt und leckt. Wie es brennt und lebt. Trachtet danach, das zu tun, wozu sie existiert: zu zerstören und zu vernichten.
Ich setze die Buchseite in Brand.
Zunächst brennt es kontrolliert, zögernd. Dann mit zunehmender Geschwindigkeit. Ich fahre mit dem Streichholz herum und lasse paar Stellen braun werden. Puste das Feuer dann aus.
Ich liebe es, wenn die Panik durch meine Nerven und Knochen schneidet, wenn die Flamme nicht sofort ausgeht und sich weiter durchfrisst, nachdem ich gepustet habe. Ich liebe es, wie das Papier glüht und sich kräuselt und dann zu Asche verkohlt. Ich liebe den aufsteigenden Rauch, in wunderschönen grauen Wirbeln, unregelmäßig und doch vorhersehend.
Ich nehme einen tiefen Atemzug. Inhaliere ihn. Den würzig-holzigen Geruch.
Verdammt, ich mutiere langsam zum Raucher.
Fenster sind verschlossen und Tür hermetisch verriegelt, fackle noch ein bisschen mehr ab und auf geht's in den Vergnügungspark namens Tod, kichert die Irre in mir.
Ein Akt rebellischer Selbstzerfleischung.
Ich seufze und reiße das Fenster auf.

2012/05/18

Facebook Fragen-Antworten-Spiel, Teil 1.

Würdest du die Zeit zurückdrehen wollen, um etwas in deinem Leben zu ändern?


Mein erster, impulsive Gedanke wäre Ja. Ja, ich könnte so viele Enttäuschungen, so viel Schmerz, so viele Fehler rückgängig machen. Ich könnte eine andere Entscheidung treffen und mein Leben in eine andere Bahn lenken, eine bessere als diese hier.

Meine rationalere Antwort wäre Nein.

Alles, was im Leben geschieht, hat seinen Sinn. Aus all den Erfahrungen lernt man und es treibt das Leben voran. Man macht die Erfahrungen in dem Alter, die für das spätere Leben wichtig sind, wenn man reifer und dazu bereit ist. Gerade Fehler machen das Leben überhaupt lebenswert, sonst würden wir vor und hinvegetieren. Durch sowas bekommt die Wertschätzung ihre Kraft. Wie könnten wir ohne Fehlentscheidungen leben? Man würde sonst vor einem Scherbenhaufen stehen und nicht weiterkommen, weil er uns hindert. Wir lernen damit umzugehen, die Scherben aufzusammeln, vielleicht sogar zu kleben.

Das Leben könnte schon um einiges leichter sein, und manchmal quält mich die Vorstellung, dass ich es besser gehabt hätte, wenn ich mich anders entschieden hätte. Doch nein. Die Verbindlichkeit, auch im Leben, sollte ihre Bedeutung weiterhin erhalten. In unserer heutigen Gesellschaft, wo Normen so verdammt schnelllebig sind, sowieso.

2012/05/12

Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib Acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.

Das Alter und Altersgrenzen.
In letzter Zeit werde ich ja förmlich dazu gezwungen, mit der Nase auf das Thema zu stoßen.

Eine gleichaltrige Freundin von mir hatte Panik, dass ihre Mutter ihr den Kopf wäscht, wenn sie mit ihrem volljährigem Freund ankommt. (Zum Glück nichts schlimmes passiert.)
Offiziell dürfte ich gar nicht auf die Stufenfete meiner Stufe, weil ich keine 16 bin. (Ich bin trotzdem reingekommen weil es meine Stufe war.)
Meine beste Freundin macht sich Gedanken, weil sie einen 19-jährigen kennengelernt und sie Angst hat, dass der Altersunterschied unüberwindbar ist.

Schwachsinn.

Die Altersgrenzen, die wirklich zählen und was ausmachen, sind die vom Gesetz. Der Staat kann nicht bei jedem die geistige Reife überprüfen und geht mit der Altersgrenze davon aus, dass ab dem Alter ein gewisser Grad an Vernunft vorhanden ist. Theoretisch.
Hält sich sowieso keiner dran, dass Alkohol erst ab 16 ist und sich dann mit 13 schon ins Koma säuft.

Doch bei sozialen Kontakten spielt das Alter eine untergeordnete Rolle. Oder so gut wie gar nicht. Klar, auch nicht gut wenn ein über 60-jährigen eine 11-jährige abschleppt. Ich will weder Sexismus noch Pädophilie unterstützen noch verteidigen.

Aber ich glaube, dass es in erster Linie darauf ankommt, dass man sich versteht. Also möglichst gleiche Interessen, Ansichten, sonstwas. Oder wenigstens ein gemeinsamer Punkt, von dem man in verschiedene Richtungen gehen kann. Dass man ohne irgendwelche Vorurteile redet. Man weiß nie, ob der Gegenüber trotz seines Alters geistig etwas zurückgeblieben ist oder weit voraus. Ich kenne 18-jährige, die sich so benehmen und ausdrücken als würden sie gerade die Grundschule beenden. Ich kenne aber auch 12-jährige, die sich vom Benehmen her direkt in einer Bank als Filialleiter bewerben könnten.

Ein weiterer Grund, warum ich das Thema anschneide, ist, dass ich das grad selber erlebe.
Ich kenne ihn indirekt über die CeBit, wo ein Starcraft 2 (ich komme wohl nicht darum herum, darüber einen Post zu schreiben...) Turnier ausgetragen wurde. Schonmal gleiches Interesse. Und es kam der altbekannte Facebook Add, und dank der Facebook-Generation, die so gut wie alles Schützenswerte von sich preisgibt, wusste ich schon grundlegendes von ihm.
Zum Beispiel auch, wie alt er ungefähr war: Er studierte. Was mich zunächst aus der Bahn warf. Müsste damit seeeehr viel älter als ich sein. Der geistige Unterschied wahrscheinlich meilenweit.
Aber als wir schrieben, schnitten wir das Thema Alter nur kurz an und das sogar nicht konkret. Ich wusste nur, dass er studierte. Von mir wusste er nur, dass ich in der Oberstufe bin.
Ende des Themas. Er behandelt mich nach Charakter und nicht nach Alter und ich ebenso.
Wir verstehen uns trotzdem blendend.
Mittlerweile geht es bei uns auch nicht mehr um Starcraft, wir reden über Themen, die die Welt so hergibt. Ich weiß immer noch nicht, wie alt er tatsächlich ist.
Es hatte nie eine Rolle gespielt, was sollte sich daran groß ändern?

Und ja, ich bin voller Überzeugung, dass die Kommunikation klappen kann.
Ich will niemanden überreden oder Lebensweisheiten mit auf dem Weg geben wie in Filmen, was ich selber hasse. Letztenendes muss jeder die Erfahrung selber machen.

Wirkliche Schönheit kann ohne Güte nicht existieren; denn es sind nicht die Züge allein, sondern es ist der Ausdruck, der den Zügen ihren übernatürlichen Reiz gibt.

Ich blättere lustlos in einem Modemagazin herum. Erstaunlich, wozu die Langeweile einen treibt.
Dann bekomme ich auf der ersten Seite wieder den Grund vor Augen geführt, wieso ich solche Blätter eigentlich abgrundtief verabscheue.

Emma Watson springt mir entgegen. Keine Frage, ich finde diese Frau wirklich schön. Aber auf dieser Werbung für Lippenstift mit extrem überschminkten roten Lippen und dieser makellosen, weißen, unnatürlich retuschierten Haut sieht sie alles andere aus als attraktiv. Vielleicht übertreibe ich ein bisschen, aber ich frage mich, wie viel Umsatz Fotobearbeitungsprogramme im Jahr machen.
Ich schlage ein paar Seiten um.

Keine drei Seiten später räkelt sich Anne Hathaway lasziv, ebenfalls eine üble Maske aus Make-Up auf dem Gesicht, mit mehreren Handtaschen am Arm auf einem roten Sportwagen mit wunderbar aufgesetzten Schlafzimmerblick.

Mal nebenbei angemerkt, dass diese Werbung in meinen Augen, gelinde gesagt, geradezu von unglaublicher Hirnbeschissenheit zeugt. Aha, gut, ich kaufe die Handtaschen. Werfe ich mich bei der nächstbesten Gelegenheit auf die Motorhaube eines roten Mini Coopers und werde umwerfend sexy, dass mir alle Männer zu Füßen liegen? Diejenigen, die mit Männern Probleme haben, sollen in erster Linie an ihrem Charakter arbeiten und nicht an der Verkleinerung ihres Geldbeutels indem sie eine sinnlose Tasche kaufen.

Aber eins springt mir bei beiden Bildern sofort ins Auge. Sie verkörpern den momentanen Zeitgeist unserer Gesellschaft.
Internet.

Der Drang, so schön oder gar perfekt sein zu wollen.

Keine Chance. Vor allem das weibliche Geschlecht bekommt sogar ganz früh zu spüren, dass man diesem Zwang nicht entkommen kann. Es gibt Tage, an denen ich nichtmals einen Schokopudding genießen kann, ohne mich irgendwie schuldig zu fühlen oder daran zu denken, wie viel überschuüssige Energie ich zu mir genommen habe.

Warum finden wir nur ein Schönheitsideal schön?

Es ist albern, dass die heutige Jugend vorgelebt bekommt, man müsste spargeldürr sein, um hübsch und erfolgreich zu werden. Was in erster Linie wirklich schön macht, ist die Ausstrahlung. Daran scheitert die Hälfte aller Werbungen. Entweder sie ist überhaupt nicht vorhanden oder so aufgesetzt, dass es in den Augen schmerzt. Und um eine Ausstrahlung zu besitzen, muss man leider an einen Charakter verfügen.

Gerade Facebook ist ein hübsches Mittel, um sowas zu beobachten und das auch gleichzeitig eingeimpft zu bekommen. Wie viele Mädchen stellen keine Fotos von sich hoch, aus Angst, nicht genügend Likes zu kassieren? Wie aufgesetzt wirkt das Profilfoto? Das Thema ist so ergiebig, da rede ich vielleicht mal ein anderes Mal rüber.

Ich finde ohnehin schon das Prinzip unnötig und unfair. Warum kann man mit seinem Körper durch Nahrungsverzicht Kapital schlagen und dies müheloser als einer der sein Leben lang ackert und vom Gehalt her nicht mal annähernd herankommt? Man kann nichts dafür, wenn man nicht zu Beginn seines Lebens mit den richtigen Genen ausgestattet wurde. Man kann auch nichts dafür, wenn man alles nötige hat und trotzdem den Rest seines Lebens als was niedrigeres arbeiten musst. Ja, die Modelindustrie ist sowohl überflüssig als auch sinnlos.

Internet.
Genauso wie ich es sinnlos finde, dass es professionelle Rennfahrer gibt, professionelle Fußballspieler, professionelle Gamer (obwohl ich manchmal ehrlich selber eine wäre, was ein bisschen paradox ist). Versteht mich nicht falsch, ich habe in diesem Punkt nichts an der Unterhaltungsbranche auszusetzen. Aber die Gagen sollten schon in einem angemessenen Rahmen bleiben.

Okay, ich schweife ab.

Zum Schluss ein schwacher Trost: Ich habe noch eine Werbung im Heft gefunden, die eine völlig natürliche und (im Vergleich zu anderen Models) eher durchschnittliche bis unterdurchschnittliche junge Frau zeigt, die trotzdem wunderhübsch und authentisch wirkt - ohne viel Photoshop und null Make-Up. Bleibt zu hoffen, dass sich die Industrie in diese Richtung weiterentwickelt.

2012/05/05

An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.

Wir besitzen nichts, weil wir alle sterben werden. Schließlich können wir unsere Besitztümer nicht mit in den Tod nehmen. Der Mensch gehört niemanden. Auch die eigenen Kinder gehören einem nicht. Und wenn sie in die Pubertät kommen, merkt man das deutlich. Die Eltern, die am wenigsten Spannung mit ihren Kindern haben, sind die, die ihre Kinder in das Erwachsene loslassen. 

Das Leben hat keinen Sinn! Das Leben hat einfach keinen Sinn. Denn der Sinn des Lebens ist ganz einfach leben. 


Durch das Unglück werden wir alle reifer, erwachsener, wir wachsen daran. Denn das Glück ist nur oberflächlich, am Sonnenschein. Doch das Unglück geht in die Tiefe. Das Unglück vertieft unser Leben.



Ein Juwel ist bloß ein Stein, der großer Hitze und gewaltigem Druck ausgesetzt wurde. Außergewöhnliches verbirgt sich immer dort, wo normalerweise niemand hinschaut.

In mir brennt ein Feuer, ein wütendes Inferno, lodernd. Unkontrollierbar. In den Tiefen meines Inneren bin ich ausgebrannt. Und trotzdem trifft es draußen auf eine unmenschliche Kälte, und deren Kollision lässt meinen Willen versagen.

2012/05/04

#1 Gedanken eines Amokläufers.

Es gibt zwei Sorten von Leben.

Zum einen ist da das völlig sorglose, dass die meisten Menschen leben. Alles toll. Keine Probleme. Unzählige Freunde, zufriedenstellende Noten, liberale Eltern und mehr.

Dann ist da das beschissene Leben. Mal abgesehen von den Opfern von Naturkatastrophen und sowas. Das Leben, in dem man Freunde an einer Hand abzählen kann. Einer.

Das, in dem man ständig misstrauisch ist, sich fragt, ob diese Person, die vor mir steht, tatsächlich mit mir befreundet sein will oder ob sie nur darauf wartet, mich demütigen zu können. Wenn man einen Fehler machst, einen einzigen.

Niemand kann sich vorstellen, wie es einem geht, wenn ich am Ende bin. Ich kaue jedes Wort zweimal durch, bevor ich es sage, und trotzdem ist alles falsch. Ich mache es ständig, weil ich kein Risiko eingehen will, denn man würde völlig zugrunde gehen. Wegen einem Fehler, einem einzigen.

Dieses Leben, in dem ich mich ständig frage, ob es sich lohnt. Ob es sich lohnt, weiterzuleben. Nur um weiter gedemütigt zu werden. Immer wieder kommen einem Selbstmordgedanken. Und man weiß genau: Entweder es geht nie vorbei oder man geht zugrunde, bevor das Leben besser wird.

Und wenn man so weit ist, stellt man sich die Frage: Mache ich einen stillen Abgang, erlöse ich mich durch Suizid? Oder nehme ich die Schuldigen mit und räche mich?

Oder geht es vorbei, bevor es soweit kommt?


Inspiration und Empfehlung: Joachim Gaertner "Ich bin voller Hass - und das liebe ich"

2012/04/09

Niemand kann einem anderen die Tränen trockenen, ohne sich selbst die Hände nass zu machen.

Wo ist die Zeit, als unsere Beziehung zueinander nicht von Geheimniskrämerei und Verstohlenheit bestimmt wurde, sondern vom bedingungslosen Vertrauen und Offenheit? Wo wir, wie es schien, die einzigen waren, die die Kraft hatten, die Welt zu verändern - und nicht die Welt uns. Wo wir uns an der Liebe stärkten und nicht von Neid und Eifersucht genährt wurden.

Ich suche sie verzweifelt in der Zukunft, aber da werde ich sie nicht finden.

2012/03/26

I got a pocketful of sunshine.

Ja ich bin glücklich. Und das ist ungelogen. Ich war kaputt von den Lügen, die mein Hirn zermarterten, kaputt von meinen Verletzungen, die schmerzten. Ich scheiß auf Leute, die mich nur als Option sehen, und wende mich den glücklicheren Seiten und Menschen des Lebens zu. Lasse das Dunkle hinter mir. Versuche, mich nicht mehr davon einholen zu lassen.

Danke an Nina, die mir mein Leben so viel lebenswerter gemacht hat.

2012/03/22

Bei Leuten wie dir hab ich immer das Gefuehl, versagt zu haben.

Kein Mensch wird zum Einzelgänger, weil er die Einsamkeit genießt, auch wenn er so tut. Er wird es, weil er vergeblich versucht hat, mit der Welt klarzukommen, und immer wieder von den Menschen enttäuscht wurde.

2012/03/21

Denn Hass ist das einzige, womit sich das Leben langfristig aushalten lässt.

Was mir mitten im Geschichtsunterricht auffiel, war, dass es keine typischen Assoziationen mit Hass gab. Zumindest für mich. Abgesehen von der Farbe Schwarz.
Und so kritzelte ich im Unterricht vor mir hin.

Beispielsweise bedeutet Misanthropie (Bestandteil meines mittlerweile zum verdammten dritten Mal geänderten Blognamen) schlichtweg Menschenhass.
Ja, ich hasse den Menschen. Nein, ich bin mit fünfzehn nicht zu jung, um das zu sagen. Denn ich habe fünfzehn Jahre meines Lebens nichts anderes als eingebläut bekommen, dass Menschen nur zu Enttäuschungen und Verletzungen fähig sind.
Ich hasse die Menschen, weil sie sich gehoben betrachten und denken, Richter der Welt sein zu können. Weil sie nichts als egoistische, selbstsüchtige Kreaturen sind. Weil sie eine oberflächliche, macht- und geldorientierte Gesellschaft bilden. Weil sie mich zu dem gemacht haben, was und wie ich heute bin, nur ein Abbild ihrer Wünsche.

Um es mal kurz zu halten.

Und falls die Frage auftauchen sollte, ja ich hasse mich auch selbst.
Dafür, dass ich aus Bequemlichkeit weiterhin Fleisch esse, obwohl ich es mit Wille durchziehen könnte, Vegetarier zu werden. Dafür, dass ich oftmals in meinen eigenen Selbstmitleid versinke und es schlichtweg erbärmlich ist. Dafür, dass ich unfähig bin aus meinen Tief herauszukommen. Dafür, dass ich so viel geben könnte, aber selber nur nehme - gedankenlos.

Ja, ich habe genug Hass für jeden, für alles. Die Welt beheimatetet genug Hass.

Meine armselige Personifikation des Hasses, der sich in einer Ecke meines Gehirns eingenistet hat und dem ich letztendlich meine geliebte Anti-Alles Haltung verdanke.

2012/03/20

Nimm das Leben nicht so ernst. Du kommst da eh nicht lebend raus.

Was sich in letzter Zeit in meinem Leben ziemlich einschneidend bemerkbar macht: Menschen, die mit Entscheidungen abnehmen.

"Lass lieber die Finger von." - "Die Person ist nicht gut für dich." - "Ich mach das lieber, du kannst das doch noch gar nicht."

Mag sein, dass Menschen in meiner Umgebung eine objektivere Sicht auf die Dinge haben, während ich in einer subjektiven gefangen bin. Aber wenn sie mit die Entscheidungen abnehmen, sind sie auch nicht besser als manipulative Kontrolleure meines Lebens.

Ich lerne nichts daraus, wenn man es mit abnimmt. Gut, aus manchen Fehlern habe ich auch nie gelernt, aber wenn man mir die Möglichkeit dazu abnimmt, kann man das gleich wieder vergessen.

Lasst mich und mein Leben. Denn letztendlich trage immer noch ich die Konsequenzen, da braucht ihr euch nicht drum kümmern.

2012/03/15

Heute bin ich Pessimist. Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung.

Ich glaube im übrigen, dass das Individuum nie ganz verloren ist, sondern immer ein Kern besteht, der gerettet werden kann. Wohlgemerkt, das ist eine Hoffnung. Und die Hoffnung appelliert an die Möglichkeiten, sie hat nichts mit der Frage faktischer Gegebenheiten zu tun. (Joseph Weizenbaum)

2012/03/14

You leave me out on the curb just like everyone else before you.Welcome to my world where everyone I ever need always ends up leavingme alone.

Sag doch einfach, dass du nicht mehr mit mir reden willst. Kostet dich nur die Überwindung.
Und somit ersparst du dir die Lügen und Ausreden und mir all die falschen Hoffnungen.

Hoffnung...

Hoffnung ist gleichzusetzen mit Selbsterhaltungstrieb. Und nein, sie stirbt nicht zuletzt. Sie stirbt jeden Tag ein bisschen.

2012/03/12

It was not your fault. It was mine for believing every word you said.

Lügen, die leicht über die Lippen gehen, wie perlendes Wasser. Und ich ließ mich davon erweichen. Und mich in die Knie zwingen.
Und versinke in einen Strudel aus Ungewissheit, Reue und Resignation.

Ja, ich hatte es nie gehabt, dieses Gefühl, wenn Liebe zu Hass umschlägt. Ich hatte es immer für einen Mythos gehalten. Aber es stimmt. Es geht. Diese extreme Welle von Emotionen, die einen überfällt und dann nur noch Verachtung, Animosität und Antipathie übrig bleibt.

Zwischenmenschliche Ebenen sind echt nicht meins.

2012/02/27

I left my best friends, or did they just leave me?

Es gibt Zeiten wie diese, wo ich alte Freundschaften vermisse. Verbindungen, die irgendwann zerbrachen. Irgendwann geht das Leben weiter. Irgendwie lassen wir es hinter uns. Vergessen die Vergangenheit. Und bauen neue Beziehungen auf.
Manchmal enden Dinge, obwohl wir es nicht wollen. Aber sie haben immer einen Grund oder einen Zweck. Denn das Leben muss man selber in die Hand nehmen und nicht durch und von anderen leben lassen - darin besteht das wahre Kunststück.

Ich brauche Menschen, die bleiben, in einer Zeit der Veränderung. Keine Leute, die eine Woche lang mein Leben durcheinanderbringen und denen ich dann wieder scheißegal bin. Stay in my life or get out of it, I don't care. Aber steh nicht mit einem Bein drinnen und mit einem draußen.

2012/02/25

Eigentlich ist Rap nicht so mein Ding. Es sei denn die Lyrics hauen mich um und das tun nur wenige.

Ich fahr auf der Autobahn,
Seh den Schnee toben,
Schließ die Augen,
Drück das Pedal runter bis auf den Boden.
Nimm die Hände vom Lenkrad,
In manchen Momenten verfluch ich den unbahnherzigen Gott der mir Talent geschenkt hat.
Mit Talent kommt ein Fluch er haftet an dir,
Mein Leben ist ein Film in dem die merkwürdigsten Sachen passier'n.
Jeder Tag ein Kapitel jedes Gespräch eine Szene,
Mit Untertiteln und Handlungsebenen die darunter liegen.
Und manchmal fühl ich mich,
Als wenn ich immer falle,
Wunder' mich wie ich es schaff dass ich nie auf den Boden knalle.
Alle Menschen suchen was,
Die meisten finden nichts,
Außer einem Sündenbock.
Die Glücklichen finden Gott.
Ich brauch einen Blindenstock,
Meine Welt macht mich blind.
Mittelmaß das Mittel das alles ineinander verschwindet
Und ich schüttel das Glas,
Trinke das Ritalin,
Jeder Tag ein Gitterstab ich will dem Gitter entfliehen.

Es ist der Fluch der Besten
Es ist ein Fluch von Ketten
Die dich binden an ein Buch von Texten du willst ihm entrinnen
Es ist der Fluch der Besten
Es ist der Blues der Besten
Die nicht schlafen können in Nächten
Es liegt in dem Blut der Besten

Ich bin ganz alleine auch wenn noch jemand da ist,
Meine Freunde verstehen mich nicht als red ich japanisch.
Ich bin ganz alleine, kann diese Dinge nicht teilen
Und aus diese einsamen Quelle entspringen die Zeilen
Diese Lieder sind mein,
Ich sing sie allein
In diese dunklen Kammern meines Kopfes kommt sonst niemand rein.
Und ich fühle mich einsam weil ich meine Gefühle mit niemanden teilen kann.
Auch das Rappen ist nicht mehr heilsam.
Ich suche ein Balsam ein Medikament,
Die dieses Feuer meiner Seele verbrennt, wie Napalm.
Und so suche ich Halt an einem einzelnen Grashalm,
Seh' wie Wunden offen bleiben und noch weiter vernarben.
Selbst allein in der Menge niemand versteht was ich denke,
Passe nicht in eure Form rein egal wie ich mich verrenke.
Es ist der Fluch der Besten der mich in seinen Zangen hält,
Der macht dass ich alleine bin dass alles auseinander fällt.
Der Hund der nachts im Kopf bellt, macht dass ich nicht schlafen kann
Der Geist ist nicht in einer Flasche er ist ein meim Part gefangen

Es ist der Fluch der Besten
Es ist ein Fluch von Ketten
die dich binden an ein Buch von Texten du willst ihm entrinnen
Es ist der Fluch der Besten
Es ist der Blues der Besten
Die nicht schlafen können in Nächten
Es liegt in dem Blut der Besten

Mit dem Erfolg kommt Ärger.
Und der Druck wird stärker.
All die Neider ein Stückchen weiter,
Bald wird die booth zum Kerker.
Vom Außenseiter zum Einzelgänger zum Soziopath,
Du willst die Erkenntnisse nicht haben die ich manchmal hab.
Ich bin die Blüte der Saat, von was Nietzsche schrieb,
Geh auf den Friedhof und sehe meinen Stein schon vis a vis
Glaub meine Lunge hat noch nicht den letzten Zug genommen,
2 mal 2 Kilo gut geölt in einem Schuhkarton.
Und sie können warten, denn ihre Zeit wird kommen,
30 Schuss ein Entschluss,
Ein Fleck bleibt auf dem Bleibeton.
In die letzte Zeile kommt mein Vermächtnis
Rächt mich

Es ist der Fluch der Besten
Es ist ein Fluch von Ketten
Die dich binden an ein Buch von Texten du willst ihm entrinnen
Es ist der Fluch der Besten
Es ist der Blues der Besten
Die nicht schlafen können in Nächten
Es liegt in dem Blut der Besten



2012/02/23

Ich glaube, die beste Definition für den Menschen lautet: undankbarer Zweibeiner.

Nichts fühlen. Nicht nachdenken. Keine Melancholien. Gleich null Probleme.

Ich hab Panik. Vorm Versagen. Ja, ich weiß was ihr alle sagen werdet. Ich weiß es. Irgendwie werde ich durch die Sache durchschlittern können.
Trotzdem habe ich Angst. Davor, nicht zu bestehen. Menschen zu enttäuschen. Nicht gut genug für jemanden zu sein. Angst vor Kritik. Angst vor der Verletzung. Angst vor den Gefühlen der Eifersucht und dass ich daran zerbreche. Angst vor der Abweisung. Angst vor der Liebe. Doch gerade deshalb will ich das alles noch mehr. Ich will mich stellen, breche aber unter der bisherigen Last zusammen. Trotzdem bin ich hirnrissig und stumpfsinnig genug es zu wollen.

Was machen wir Menschen auf dieser Welt? Wir. Ich. Du. Wir haben Sorgen und Hoffnungen. Träume. Die wahr werden. Die Träume bleiben. Oftmals sind wir hilflos. Es gibt genügend Dinge, die wir nicht ändern können...
"Ich weiger' mich das hinzunehm'n, alle stehen nur da. Dabei passier'n so viele schlimme Dinge jeden Tag." (Kraftklub - Songs für Liam)
Nein, ich kann mich nicht beklagen, ich darf mich nicht beklagen. Ich bin verdammt verwöhnt von dieser Gesellschaft. Meine Probleme sind nichtig. Und trotzdem könnten sie niederschmetternder nicht sein.

2012/02/16

Niemand kennt den Tod, es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist. Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiss, dass er das schlimmste aller Übel sei.

Ich weiß, dass ich auf die andere Seite muss. Ich weiß, dass ich hier nichts mehr zu suchen habe.
Der einzige Weg über den Abgrund ist die Brücke. Eine Brücke aus Seil und Holz, die nur vor meinen Augen existiert.
Ich weiß, dass sie unstabil ist. Ich weiß, dass sie mich nicht tragen kann.
Trotzdem gehe ich, wortlos und widerstandslos. Als würde ich es denen hinter mir bestätigen wollen: Es funktioniert nicht. Das gibt es nicht.
Ich betrete die Brücke. Ich weiß, dass jeder Schritt das Seil zum Reißen bringt. Ich sage nichts. Ich gehe weiter. Schritt für Schritt. Bis die Holzlatten kurz vor dem Ende aufhören.
Das Seil reißt weiter.
Ich will nicht springen. Ich will nicht auf die andere Seite. Ich gehöre da nicht hin.
Warum bis zum Unvermeidlichen warten? Warum den Überraschungsmoment aufschieben, obwohl ich selber darüber bestimmen kann?
Ich nehme mein Taschenmesser. Und kappe das Seil.
Freier Fall. Aber ich bekomme keine Panik.
Schreie. Aber sie kommen nicht von mir.
Die Finsternis bricht unter mir auf. Die Schwärze springt mir entgegen.
Überall Schmerz... alles Schmerz.
Wann endet es? Wann?

2012/02/14

I can't pretend this time, I need a friend to find my broken mind, before it falls to pieces.

Ein Tag, der erfunden wurde, um glückliche Pärchen noch glücklicher zu machen. Und einsame Menschen noch einsamer.
Ein wunderschön verregneter Tag, der zum Geldausgeben animiert. Jedes Jahr zu diesem Tag Rosen oder andere Blumen, Pralinen und Parfüm zu verschenken, überhaupt nicht langweilig. Und auch gar nicht Mainstream, wie der Rest der Welt auch, diesen Tag zu feiern.
Jemand die Ironie gemerkt? Im Ernst, Valentinstag ist Kommerztag.
(c) Anna Nguyen, 14.2.2012: Mein Beziehungsstatus? Ihr dürft nicht raten, man sieht's doch sofort.
Man sollte jeden Tag das Gefühl genießen, geliebt zu werden. Jeden Tag aufs Neue den Partner nicht als Selbstverständliches zu betrachten.
Zu lieben ist einfach, zu lieben ist Segen, geliebt zu werden ist schon eine andere Sache, geliebt zu werden ist Glück.

2012/02/04

Verdammt, ich denke ich könnte glücklich sein. Nur wie? Ich sollte lernen mit dem was jetzt ist zufrieden zu sein, auch wenns mich irgendwann umbringt.

(c) Nina Wermann
Veränderungen im Leben. Manchmal will ich nicht. Manchmal will ich nicht einen Teil von mir selbst zurücklassen, um ein neues zu bekommen. Wer weiß, wer gibt mir die Garantie dafür, dass es genauso gut verläuft? Entscheide mich nie. Träume von Veränderungen, bleibe aber stehen.

Mein Gejammer, dass ich mich nach der Vergangenheit sehne, nach Vertrautem. Von wegen. Den Scheiß, den ich mir selber vorwerfe. Mein Untergang in meinem eigenen Selbstmitleid. Ich sehne mich doch bloß nach der Vergangenheit, weil ich nicht mit der Gegenwart klarkomme, geschweige denn der Zukunft.