Mathe geschrieben. Und verschissen.
Ich mache mir auf dem Nachhauseweg Gedanken darüber, selbst das fröhliche Geplänkel meiner besten Freundin kann mich nicht ablenken. Nein, das ich mir Gedanken mache stimmt nicht. Sie kommen einfach und schnüren mein Hirn fest.
Mein Magen rebelliert.
Ich komme an meinen ehemaligen Kindergarten vorbei. Die Kleinen spielen draußen, rufen sich gegenseitig was zu, lachen. Ich schmecke beinahe die glückliche Aura, die dort herrscht.
Wie wir alle früher es kaum erwarten konnten, groß zu werden. Wie naiv ich war. Nun bin ich groß. Ich will zurück.
Ich erzähle meiner Mutter, wie ich ungefähr abgeschnitten habe. Ich hätte es lassen sollen.
Sie nimmt mich nicht in den Arm und tröstet mich, wie ich es erwartet habe. Nein. Ich hätte mehr lernen sollen. Hätte überhaupt lernen sollen. Angeblich hab ich nur rumgehockt. Weniger Sms schreiben und zocken sollen. Hätte meine Vorbereitungen früher anfangen sollen und nicht ein Tag davor.
Sie feuert die Vorwürfe wie Messer auf mich ab. Normalerweise ist mir das egal. Normalerweise werden sie an meiner Gleichgültigkeit stumpf. Ich ziehe normalerweise den Kopf ein und warte, bis das Gewitter vorbei ist. Heute nicht. Heute durchbohren die Vorwürfe mich mit einer solchen Intensität, dass ich unbewusst Luft hole und schreie, bis mir meine Stimmbänder wehtun. Ich vergesse mich selbst. Höre auf. Atme schwer wie nach einem Marathonlauf und zittere.
Ich werde doch noch in den Arm genommen.
2012/05/25
2012/05/21
Ich fühle eine überwältigende Leere in mich hereinströmen. Sie ist riesig, dunkel, absolut empfindungslos. Es ist, als würde man in ein betäubendes Gelee sinken. Keine große Sache. Ich bin daran gewöhnt. So ist mein Leben heute eben.
Die Antriebslosigkeit ist wieder da und hält mich fest umschlungen.
Ich will dem Tag mehr Struktur verleihen. Irgendwas sinnvolles in den 24 Stunden machen. Es geht nicht. Jeder Versuch scheitert. Meine To-Do-Liste wird länger. Für jede erledigte Arbeit kommen zwei hinzu. Trotzdem schiebe ich alles bis zuletzt auf. Allein der Gedanke, dass ich das noch machen muss, bringt mich fast um.
Eigentlich hab ich genug Zeit. Nur sitze ich da und starre ins Leere. Akzeptiere lieber die Langeweile als den ganzen Haufen Arbeit.
Heute ist wieder Schule. Morgen schreibe ich meine Zentrale Klausur in Deutsch. Drei Tage später in Mathe. Ich krieg das Kotzen. Seit Wochen ist "Ich hab jetzt schon kein Bock mehr" meine Standartbegrüßung. Bereits auf dem Hinweg würde ich am liebsten umdrehen und wieder nach Hause gehen. Mich an den Schreibtisch setzen oder mich aufs Bett werfen. Nachdenken. Nichts tun.
Was mach ich bloß?
Ich will dem Tag mehr Struktur verleihen. Irgendwas sinnvolles in den 24 Stunden machen. Es geht nicht. Jeder Versuch scheitert. Meine To-Do-Liste wird länger. Für jede erledigte Arbeit kommen zwei hinzu. Trotzdem schiebe ich alles bis zuletzt auf. Allein der Gedanke, dass ich das noch machen muss, bringt mich fast um.
Eigentlich hab ich genug Zeit. Nur sitze ich da und starre ins Leere. Akzeptiere lieber die Langeweile als den ganzen Haufen Arbeit.
Heute ist wieder Schule. Morgen schreibe ich meine Zentrale Klausur in Deutsch. Drei Tage später in Mathe. Ich krieg das Kotzen. Seit Wochen ist "Ich hab jetzt schon kein Bock mehr" meine Standartbegrüßung. Bereits auf dem Hinweg würde ich am liebsten umdrehen und wieder nach Hause gehen. Mich an den Schreibtisch setzen oder mich aufs Bett werfen. Nachdenken. Nichts tun.
Was mach ich bloß?
Leben ist wie Rauch. Wir machen uns nur etwas vor, wenn wir glauben, dass es anders ist. Es genügt eine kräftige Böe, und wir schweben davon und lösen und auf, und zurück bleibt nichts außer einem Hauch von Existenz in Form von Erinnerungen.
Ich habe mich in meinem Zimmer verbarrikadiert. Will niemanden mehr sehen oder hören. Drehe die Musik bis zum Anschlag auf. Nehme die Streichhölzer raus, die ich immer bei mir habe, obwohl ich nicht rauche. Eigenartig, warum eigentlich?
Ich lasse den Zündkopf an der Zündflache runterratschen. Warte, bis es endlich Feuer fängt.
Die Flamme züngelt und leckt. Wie es brennt und lebt. Trachtet danach, das zu tun, wozu sie existiert: zu zerstören und zu vernichten.
Ich setze die Buchseite in Brand.
Zunächst brennt es kontrolliert, zögernd. Dann mit zunehmender Geschwindigkeit. Ich fahre mit dem Streichholz herum und lasse paar Stellen braun werden. Puste das Feuer dann aus.
Ich liebe es, wenn die Panik durch meine Nerven und Knochen schneidet, wenn die Flamme nicht sofort ausgeht und sich weiter durchfrisst, nachdem ich gepustet habe. Ich liebe es, wie das Papier glüht und sich kräuselt und dann zu Asche verkohlt. Ich liebe den aufsteigenden Rauch, in wunderschönen grauen Wirbeln, unregelmäßig und doch vorhersehend.
Ich nehme einen tiefen Atemzug. Inhaliere ihn. Den würzig-holzigen Geruch.
Verdammt, ich mutiere langsam zum Raucher.
Fenster sind verschlossen und Tür hermetisch verriegelt, fackle noch ein bisschen mehr ab und auf geht's in den Vergnügungspark namens Tod, kichert die Irre in mir.
Ein Akt rebellischer Selbstzerfleischung.
Ich seufze und reiße das Fenster auf.
Ich lasse den Zündkopf an der Zündflache runterratschen. Warte, bis es endlich Feuer fängt.
Die Flamme züngelt und leckt. Wie es brennt und lebt. Trachtet danach, das zu tun, wozu sie existiert: zu zerstören und zu vernichten.
Ich setze die Buchseite in Brand.
Zunächst brennt es kontrolliert, zögernd. Dann mit zunehmender Geschwindigkeit. Ich fahre mit dem Streichholz herum und lasse paar Stellen braun werden. Puste das Feuer dann aus.
Ich liebe es, wenn die Panik durch meine Nerven und Knochen schneidet, wenn die Flamme nicht sofort ausgeht und sich weiter durchfrisst, nachdem ich gepustet habe. Ich liebe es, wie das Papier glüht und sich kräuselt und dann zu Asche verkohlt. Ich liebe den aufsteigenden Rauch, in wunderschönen grauen Wirbeln, unregelmäßig und doch vorhersehend.
Ich nehme einen tiefen Atemzug. Inhaliere ihn. Den würzig-holzigen Geruch.
Verdammt, ich mutiere langsam zum Raucher.
Fenster sind verschlossen und Tür hermetisch verriegelt, fackle noch ein bisschen mehr ab und auf geht's in den Vergnügungspark namens Tod, kichert die Irre in mir.
Ein Akt rebellischer Selbstzerfleischung.
Ich seufze und reiße das Fenster auf.
2012/05/18
Facebook Fragen-Antworten-Spiel, Teil 1.
Würdest du die Zeit zurückdrehen wollen, um etwas in deinem Leben zu ändern?
Mein erster, impulsive Gedanke wäre Ja. Ja, ich könnte so viele Enttäuschungen, so viel Schmerz, so viele Fehler rückgängig machen. Ich könnte eine andere Entscheidung treffen und mein Leben in eine andere Bahn lenken, eine bessere als diese hier.
Meine rationalere Antwort wäre Nein.
Alles, was im Leben geschieht, hat seinen Sinn. Aus all den Erfahrungen lernt man und es treibt das Leben voran. Man macht die Erfahrungen in dem Alter, die für das spätere Leben wichtig sind, wenn man reifer und dazu bereit ist. Gerade Fehler machen das Leben überhaupt lebenswert, sonst würden wir vor und hinvegetieren. Durch sowas bekommt die Wertschätzung ihre Kraft. Wie könnten wir ohne Fehlentscheidungen leben? Man würde sonst vor einem Scherbenhaufen stehen und nicht weiterkommen, weil er uns hindert. Wir lernen damit umzugehen, die Scherben aufzusammeln, vielleicht sogar zu kleben.
Das Leben könnte schon um einiges leichter sein, und manchmal quält mich die Vorstellung, dass ich es besser gehabt hätte, wenn ich mich anders entschieden hätte. Doch nein. Die Verbindlichkeit, auch im Leben, sollte ihre Bedeutung weiterhin erhalten. In unserer heutigen Gesellschaft, wo Normen so verdammt schnelllebig sind, sowieso.
Mein erster, impulsive Gedanke wäre Ja. Ja, ich könnte so viele Enttäuschungen, so viel Schmerz, so viele Fehler rückgängig machen. Ich könnte eine andere Entscheidung treffen und mein Leben in eine andere Bahn lenken, eine bessere als diese hier.
Meine rationalere Antwort wäre Nein.
Alles, was im Leben geschieht, hat seinen Sinn. Aus all den Erfahrungen lernt man und es treibt das Leben voran. Man macht die Erfahrungen in dem Alter, die für das spätere Leben wichtig sind, wenn man reifer und dazu bereit ist. Gerade Fehler machen das Leben überhaupt lebenswert, sonst würden wir vor und hinvegetieren. Durch sowas bekommt die Wertschätzung ihre Kraft. Wie könnten wir ohne Fehlentscheidungen leben? Man würde sonst vor einem Scherbenhaufen stehen und nicht weiterkommen, weil er uns hindert. Wir lernen damit umzugehen, die Scherben aufzusammeln, vielleicht sogar zu kleben.
Das Leben könnte schon um einiges leichter sein, und manchmal quält mich die Vorstellung, dass ich es besser gehabt hätte, wenn ich mich anders entschieden hätte. Doch nein. Die Verbindlichkeit, auch im Leben, sollte ihre Bedeutung weiterhin erhalten. In unserer heutigen Gesellschaft, wo Normen so verdammt schnelllebig sind, sowieso.
2012/05/12
Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib Acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.
Das Alter und Altersgrenzen.
In letzter Zeit werde ich ja förmlich dazu gezwungen, mit der Nase auf das Thema zu stoßen.
Eine gleichaltrige Freundin von mir hatte Panik, dass ihre Mutter ihr den Kopf wäscht, wenn sie mit ihrem volljährigem Freund ankommt. (Zum Glück nichts schlimmes passiert.)
Offiziell dürfte ich gar nicht auf die Stufenfete meiner Stufe, weil ich keine 16 bin. (Ich bin trotzdem reingekommen weil es meine Stufe war.)
Meine beste Freundin macht sich Gedanken, weil sie einen 19-jährigen kennengelernt und sie Angst hat, dass der Altersunterschied unüberwindbar ist.
Schwachsinn.
Die Altersgrenzen, die wirklich zählen und was ausmachen, sind die vom Gesetz. Der Staat kann nicht bei jedem die geistige Reife überprüfen und geht mit der Altersgrenze davon aus, dass ab dem Alter ein gewisser Grad an Vernunft vorhanden ist. Theoretisch.
Hält sich sowieso keiner dran, dass Alkohol erst ab 16 ist und sich dann mit 13 schon ins Koma säuft.
Doch bei sozialen Kontakten spielt das Alter eine untergeordnete Rolle. Oder so gut wie gar nicht. Klar, auch nicht gut wenn ein über 60-jährigen eine 11-jährige abschleppt. Ich will weder Sexismus noch Pädophilie unterstützen noch verteidigen.
Aber ich glaube, dass es in erster Linie darauf ankommt, dass man sich versteht. Also möglichst gleiche Interessen, Ansichten, sonstwas. Oder wenigstens ein gemeinsamer Punkt, von dem man in verschiedene Richtungen gehen kann. Dass man ohne irgendwelche Vorurteile redet. Man weiß nie, ob der Gegenüber trotz seines Alters geistig etwas zurückgeblieben ist oder weit voraus. Ich kenne 18-jährige, die sich so benehmen und ausdrücken als würden sie gerade die Grundschule beenden. Ich kenne aber auch 12-jährige, die sich vom Benehmen her direkt in einer Bank als Filialleiter bewerben könnten.
Ein weiterer Grund, warum ich das Thema anschneide, ist, dass ich das grad selber erlebe.
Ich kenne ihn indirekt über die CeBit, wo ein Starcraft 2 (ich komme wohl nicht darum herum, darüber einen Post zu schreiben...) Turnier ausgetragen wurde. Schonmal gleiches Interesse. Und es kam der altbekannte Facebook Add, und dank der Facebook-Generation, die so gut wie alles Schützenswerte von sich preisgibt, wusste ich schon grundlegendes von ihm.
Zum Beispiel auch, wie alt er ungefähr war: Er studierte. Was mich zunächst aus der Bahn warf. Müsste damit seeeehr viel älter als ich sein. Der geistige Unterschied wahrscheinlich meilenweit.
Aber als wir schrieben, schnitten wir das Thema Alter nur kurz an und das sogar nicht konkret. Ich wusste nur, dass er studierte. Von mir wusste er nur, dass ich in der Oberstufe bin.
Ende des Themas. Er behandelt mich nach Charakter und nicht nach Alter und ich ebenso.
Wir verstehen uns trotzdem blendend.
Mittlerweile geht es bei uns auch nicht mehr um Starcraft, wir reden über Themen, die die Welt so hergibt. Ich weiß immer noch nicht, wie alt er tatsächlich ist.
Es hatte nie eine Rolle gespielt, was sollte sich daran groß ändern?
Und ja, ich bin voller Überzeugung, dass die Kommunikation klappen kann.
Ich will niemanden überreden oder Lebensweisheiten mit auf dem Weg geben wie in Filmen, was ich selber hasse. Letztenendes muss jeder die Erfahrung selber machen.
In letzter Zeit werde ich ja förmlich dazu gezwungen, mit der Nase auf das Thema zu stoßen.
Eine gleichaltrige Freundin von mir hatte Panik, dass ihre Mutter ihr den Kopf wäscht, wenn sie mit ihrem volljährigem Freund ankommt. (Zum Glück nichts schlimmes passiert.)
Offiziell dürfte ich gar nicht auf die Stufenfete meiner Stufe, weil ich keine 16 bin. (Ich bin trotzdem reingekommen weil es meine Stufe war.)
Meine beste Freundin macht sich Gedanken, weil sie einen 19-jährigen kennengelernt und sie Angst hat, dass der Altersunterschied unüberwindbar ist.
Schwachsinn.
Die Altersgrenzen, die wirklich zählen und was ausmachen, sind die vom Gesetz. Der Staat kann nicht bei jedem die geistige Reife überprüfen und geht mit der Altersgrenze davon aus, dass ab dem Alter ein gewisser Grad an Vernunft vorhanden ist. Theoretisch.
Hält sich sowieso keiner dran, dass Alkohol erst ab 16 ist und sich dann mit 13 schon ins Koma säuft.
Doch bei sozialen Kontakten spielt das Alter eine untergeordnete Rolle. Oder so gut wie gar nicht. Klar, auch nicht gut wenn ein über 60-jährigen eine 11-jährige abschleppt. Ich will weder Sexismus noch Pädophilie unterstützen noch verteidigen.
Aber ich glaube, dass es in erster Linie darauf ankommt, dass man sich versteht. Also möglichst gleiche Interessen, Ansichten, sonstwas. Oder wenigstens ein gemeinsamer Punkt, von dem man in verschiedene Richtungen gehen kann. Dass man ohne irgendwelche Vorurteile redet. Man weiß nie, ob der Gegenüber trotz seines Alters geistig etwas zurückgeblieben ist oder weit voraus. Ich kenne 18-jährige, die sich so benehmen und ausdrücken als würden sie gerade die Grundschule beenden. Ich kenne aber auch 12-jährige, die sich vom Benehmen her direkt in einer Bank als Filialleiter bewerben könnten.
Ein weiterer Grund, warum ich das Thema anschneide, ist, dass ich das grad selber erlebe.
Ich kenne ihn indirekt über die CeBit, wo ein Starcraft 2 (ich komme wohl nicht darum herum, darüber einen Post zu schreiben...) Turnier ausgetragen wurde. Schonmal gleiches Interesse. Und es kam der altbekannte Facebook Add, und dank der Facebook-Generation, die so gut wie alles Schützenswerte von sich preisgibt, wusste ich schon grundlegendes von ihm.
Zum Beispiel auch, wie alt er ungefähr war: Er studierte. Was mich zunächst aus der Bahn warf. Müsste damit seeeehr viel älter als ich sein. Der geistige Unterschied wahrscheinlich meilenweit.
Aber als wir schrieben, schnitten wir das Thema Alter nur kurz an und das sogar nicht konkret. Ich wusste nur, dass er studierte. Von mir wusste er nur, dass ich in der Oberstufe bin.
Ende des Themas. Er behandelt mich nach Charakter und nicht nach Alter und ich ebenso.
Wir verstehen uns trotzdem blendend.
Mittlerweile geht es bei uns auch nicht mehr um Starcraft, wir reden über Themen, die die Welt so hergibt. Ich weiß immer noch nicht, wie alt er tatsächlich ist.
Es hatte nie eine Rolle gespielt, was sollte sich daran groß ändern?
Und ja, ich bin voller Überzeugung, dass die Kommunikation klappen kann.
Ich will niemanden überreden oder Lebensweisheiten mit auf dem Weg geben wie in Filmen, was ich selber hasse. Letztenendes muss jeder die Erfahrung selber machen.
Wirkliche Schönheit kann ohne Güte nicht existieren; denn es sind nicht die Züge allein, sondern es ist der Ausdruck, der den Zügen ihren übernatürlichen Reiz gibt.
Ich blättere lustlos in einem Modemagazin herum. Erstaunlich, wozu die Langeweile einen treibt.
Dann bekomme ich auf der ersten Seite wieder den Grund vor Augen geführt, wieso ich solche Blätter eigentlich abgrundtief verabscheue.
Emma Watson springt mir entgegen. Keine Frage, ich finde diese Frau wirklich schön. Aber auf dieser Werbung für Lippenstift mit extrem überschminkten roten Lippen und dieser makellosen, weißen, unnatürlich retuschierten Haut sieht sie alles andere aus als attraktiv. Vielleicht übertreibe ich ein bisschen, aber ich frage mich, wie viel Umsatz Fotobearbeitungsprogramme im Jahr machen.
Ich schlage ein paar Seiten um.
Keine drei Seiten später räkelt sich Anne Hathaway lasziv, ebenfalls eine üble Maske aus Make-Up auf dem Gesicht, mit mehreren Handtaschen am Arm auf einem roten Sportwagen mit wunderbar aufgesetzten Schlafzimmerblick.
Mal nebenbei angemerkt, dass diese Werbung in meinen Augen, gelinde gesagt, geradezu von unglaublicher Hirnbeschissenheit zeugt. Aha, gut, ich kaufe die Handtaschen. Werfe ich mich bei der nächstbesten Gelegenheit auf die Motorhaube eines roten Mini Coopers und werde umwerfend sexy, dass mir alle Männer zu Füßen liegen? Diejenigen, die mit Männern Probleme haben, sollen in erster Linie an ihrem Charakter arbeiten und nicht an der Verkleinerung ihres Geldbeutels indem sie eine sinnlose Tasche kaufen.
Aber eins springt mir bei beiden Bildern sofort ins Auge. Sie verkörpern den momentanen Zeitgeist unserer Gesellschaft.
Der Drang, so schön oder gar perfekt sein zu wollen.
Keine Chance. Vor allem das weibliche Geschlecht bekommt sogar ganz früh zu spüren, dass man diesem Zwang nicht entkommen kann. Es gibt Tage, an denen ich nichtmals einen Schokopudding genießen kann, ohne mich irgendwie schuldig zu fühlen oder daran zu denken, wie viel überschuüssige Energie ich zu mir genommen habe.
Warum finden wir nur ein Schönheitsideal schön?
Es ist albern, dass die heutige Jugend vorgelebt bekommt, man müsste spargeldürr sein, um hübsch und erfolgreich zu werden. Was in erster Linie wirklich schön macht, ist die Ausstrahlung. Daran scheitert die Hälfte aller Werbungen. Entweder sie ist überhaupt nicht vorhanden oder so aufgesetzt, dass es in den Augen schmerzt. Und um eine Ausstrahlung zu besitzen, muss man leider an einen Charakter verfügen.
Gerade Facebook ist ein hübsches Mittel, um sowas zu beobachten und das auch gleichzeitig eingeimpft zu bekommen. Wie viele Mädchen stellen keine Fotos von sich hoch, aus Angst, nicht genügend Likes zu kassieren? Wie aufgesetzt wirkt das Profilfoto? Das Thema ist so ergiebig, da rede ich vielleicht mal ein anderes Mal rüber.
Ich finde ohnehin schon das Prinzip unnötig und unfair. Warum kann man mit seinem Körper durch Nahrungsverzicht Kapital schlagen und dies müheloser als einer der sein Leben lang ackert und vom Gehalt her nicht mal annähernd herankommt? Man kann nichts dafür, wenn man nicht zu Beginn seines Lebens mit den richtigen Genen ausgestattet wurde. Man kann auch nichts dafür, wenn man alles nötige hat und trotzdem den Rest seines Lebens als was niedrigeres arbeiten musst. Ja, die Modelindustrie ist sowohl überflüssig als auch sinnlos.
Genauso wie ich es sinnlos finde, dass es professionelle Rennfahrer gibt, professionelle Fußballspieler, professionelle Gamer (obwohl ich manchmal ehrlich selber eine wäre, was ein bisschen paradox ist). Versteht mich nicht falsch, ich habe in diesem Punkt nichts an der Unterhaltungsbranche auszusetzen. Aber die Gagen sollten schon in einem angemessenen Rahmen bleiben.
Okay, ich schweife ab.
Zum Schluss ein schwacher Trost: Ich habe noch eine Werbung im Heft gefunden, die eine völlig natürliche und (im Vergleich zu anderen Models) eher durchschnittliche bis unterdurchschnittliche junge Frau zeigt, die trotzdem wunderhübsch und authentisch wirkt - ohne viel Photoshop und null Make-Up. Bleibt zu hoffen, dass sich die Industrie in diese Richtung weiterentwickelt.
Dann bekomme ich auf der ersten Seite wieder den Grund vor Augen geführt, wieso ich solche Blätter eigentlich abgrundtief verabscheue.
Emma Watson springt mir entgegen. Keine Frage, ich finde diese Frau wirklich schön. Aber auf dieser Werbung für Lippenstift mit extrem überschminkten roten Lippen und dieser makellosen, weißen, unnatürlich retuschierten Haut sieht sie alles andere aus als attraktiv. Vielleicht übertreibe ich ein bisschen, aber ich frage mich, wie viel Umsatz Fotobearbeitungsprogramme im Jahr machen.
Ich schlage ein paar Seiten um.
Keine drei Seiten später räkelt sich Anne Hathaway lasziv, ebenfalls eine üble Maske aus Make-Up auf dem Gesicht, mit mehreren Handtaschen am Arm auf einem roten Sportwagen mit wunderbar aufgesetzten Schlafzimmerblick.
Mal nebenbei angemerkt, dass diese Werbung in meinen Augen, gelinde gesagt, geradezu von unglaublicher Hirnbeschissenheit zeugt. Aha, gut, ich kaufe die Handtaschen. Werfe ich mich bei der nächstbesten Gelegenheit auf die Motorhaube eines roten Mini Coopers und werde umwerfend sexy, dass mir alle Männer zu Füßen liegen? Diejenigen, die mit Männern Probleme haben, sollen in erster Linie an ihrem Charakter arbeiten und nicht an der Verkleinerung ihres Geldbeutels indem sie eine sinnlose Tasche kaufen.
Aber eins springt mir bei beiden Bildern sofort ins Auge. Sie verkörpern den momentanen Zeitgeist unserer Gesellschaft.
![]() |
| Internet. |
Der Drang, so schön oder gar perfekt sein zu wollen.
Keine Chance. Vor allem das weibliche Geschlecht bekommt sogar ganz früh zu spüren, dass man diesem Zwang nicht entkommen kann. Es gibt Tage, an denen ich nichtmals einen Schokopudding genießen kann, ohne mich irgendwie schuldig zu fühlen oder daran zu denken, wie viel überschuüssige Energie ich zu mir genommen habe.
Warum finden wir nur ein Schönheitsideal schön?
Es ist albern, dass die heutige Jugend vorgelebt bekommt, man müsste spargeldürr sein, um hübsch und erfolgreich zu werden. Was in erster Linie wirklich schön macht, ist die Ausstrahlung. Daran scheitert die Hälfte aller Werbungen. Entweder sie ist überhaupt nicht vorhanden oder so aufgesetzt, dass es in den Augen schmerzt. Und um eine Ausstrahlung zu besitzen, muss man leider an einen Charakter verfügen.
Gerade Facebook ist ein hübsches Mittel, um sowas zu beobachten und das auch gleichzeitig eingeimpft zu bekommen. Wie viele Mädchen stellen keine Fotos von sich hoch, aus Angst, nicht genügend Likes zu kassieren? Wie aufgesetzt wirkt das Profilfoto? Das Thema ist so ergiebig, da rede ich vielleicht mal ein anderes Mal rüber.
Ich finde ohnehin schon das Prinzip unnötig und unfair. Warum kann man mit seinem Körper durch Nahrungsverzicht Kapital schlagen und dies müheloser als einer der sein Leben lang ackert und vom Gehalt her nicht mal annähernd herankommt? Man kann nichts dafür, wenn man nicht zu Beginn seines Lebens mit den richtigen Genen ausgestattet wurde. Man kann auch nichts dafür, wenn man alles nötige hat und trotzdem den Rest seines Lebens als was niedrigeres arbeiten musst. Ja, die Modelindustrie ist sowohl überflüssig als auch sinnlos.
| Internet. |
Okay, ich schweife ab.
Zum Schluss ein schwacher Trost: Ich habe noch eine Werbung im Heft gefunden, die eine völlig natürliche und (im Vergleich zu anderen Models) eher durchschnittliche bis unterdurchschnittliche junge Frau zeigt, die trotzdem wunderhübsch und authentisch wirkt - ohne viel Photoshop und null Make-Up. Bleibt zu hoffen, dass sich die Industrie in diese Richtung weiterentwickelt.
2012/05/05
An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.
Wir besitzen nichts, weil wir alle sterben werden. Schließlich können wir unsere Besitztümer nicht mit in den Tod nehmen. Der Mensch gehört niemanden. Auch die eigenen Kinder gehören einem nicht. Und wenn sie in die Pubertät kommen, merkt man das deutlich. Die Eltern, die am wenigsten Spannung mit ihren Kindern haben, sind die, die ihre Kinder in das Erwachsene loslassen.
Das Leben hat keinen Sinn! Das Leben hat einfach keinen Sinn. Denn der Sinn des Lebens ist ganz einfach leben.
Durch das Unglück werden wir alle reifer, erwachsener, wir wachsen daran. Denn das Glück ist nur oberflächlich, am Sonnenschein. Doch das Unglück geht in die Tiefe. Das Unglück vertieft unser Leben.
Das Leben hat keinen Sinn! Das Leben hat einfach keinen Sinn. Denn der Sinn des Lebens ist ganz einfach leben.
Durch das Unglück werden wir alle reifer, erwachsener, wir wachsen daran. Denn das Glück ist nur oberflächlich, am Sonnenschein. Doch das Unglück geht in die Tiefe. Das Unglück vertieft unser Leben.
Ein Juwel ist bloß ein Stein, der großer Hitze und gewaltigem Druck ausgesetzt wurde. Außergewöhnliches verbirgt sich immer dort, wo normalerweise niemand hinschaut.
In mir brennt ein Feuer, ein wütendes Inferno, lodernd. Unkontrollierbar. In den Tiefen meines Inneren bin ich ausgebrannt. Und trotzdem trifft es draußen auf eine unmenschliche Kälte, und deren Kollision lässt meinen Willen versagen.
2012/05/04
#1 Gedanken eines Amokläufers.
Es gibt zwei Sorten von Leben.
Zum einen ist da das völlig sorglose, dass die meisten Menschen leben. Alles toll. Keine Probleme. Unzählige Freunde, zufriedenstellende Noten, liberale Eltern und mehr.
Dann ist da das beschissene Leben. Mal abgesehen von den Opfern von Naturkatastrophen und sowas. Das Leben, in dem man Freunde an einer Hand abzählen kann. Einer.
Das, in dem man ständig misstrauisch ist, sich fragt, ob diese Person, die vor mir steht, tatsächlich mit mir befreundet sein will oder ob sie nur darauf wartet, mich demütigen zu können. Wenn man einen Fehler machst, einen einzigen.
Niemand kann sich vorstellen, wie es einem geht, wenn ich am Ende bin. Ich kaue jedes Wort zweimal durch, bevor ich es sage, und trotzdem ist alles falsch. Ich mache es ständig, weil ich kein Risiko eingehen will, denn man würde völlig zugrunde gehen. Wegen einem Fehler, einem einzigen.
Dieses Leben, in dem ich mich ständig frage, ob es sich lohnt. Ob es sich lohnt, weiterzuleben. Nur um weiter gedemütigt zu werden. Immer wieder kommen einem Selbstmordgedanken. Und man weiß genau: Entweder es geht nie vorbei oder man geht zugrunde, bevor das Leben besser wird.
Und wenn man so weit ist, stellt man sich die Frage: Mache ich einen stillen Abgang, erlöse ich mich durch Suizid? Oder nehme ich die Schuldigen mit und räche mich?
Oder geht es vorbei, bevor es soweit kommt?
Inspiration und Empfehlung: Joachim Gaertner "Ich bin voller Hass - und das liebe ich"
Zum einen ist da das völlig sorglose, dass die meisten Menschen leben. Alles toll. Keine Probleme. Unzählige Freunde, zufriedenstellende Noten, liberale Eltern und mehr.
Dann ist da das beschissene Leben. Mal abgesehen von den Opfern von Naturkatastrophen und sowas. Das Leben, in dem man Freunde an einer Hand abzählen kann. Einer.
Das, in dem man ständig misstrauisch ist, sich fragt, ob diese Person, die vor mir steht, tatsächlich mit mir befreundet sein will oder ob sie nur darauf wartet, mich demütigen zu können. Wenn man einen Fehler machst, einen einzigen.
Niemand kann sich vorstellen, wie es einem geht, wenn ich am Ende bin. Ich kaue jedes Wort zweimal durch, bevor ich es sage, und trotzdem ist alles falsch. Ich mache es ständig, weil ich kein Risiko eingehen will, denn man würde völlig zugrunde gehen. Wegen einem Fehler, einem einzigen.
Dieses Leben, in dem ich mich ständig frage, ob es sich lohnt. Ob es sich lohnt, weiterzuleben. Nur um weiter gedemütigt zu werden. Immer wieder kommen einem Selbstmordgedanken. Und man weiß genau: Entweder es geht nie vorbei oder man geht zugrunde, bevor das Leben besser wird.
Und wenn man so weit ist, stellt man sich die Frage: Mache ich einen stillen Abgang, erlöse ich mich durch Suizid? Oder nehme ich die Schuldigen mit und räche mich?
Oder geht es vorbei, bevor es soweit kommt?
Inspiration und Empfehlung: Joachim Gaertner "Ich bin voller Hass - und das liebe ich"
Abonnieren
Posts (Atom)

