2012/11/24

Anfang und Ende einer Liebe kündigen sich dadurch an, dass mansichscheut mit dem anderen allein zu sein.

"Weißt du, womit eine Beziehung anfängt?", fragt er unvermittelt.
Die Zusammenhanglosigkeit überrascht mich. "Nein."
Er legt den Kopf schief und lehnt sich zurück. "Sie beginnt damit, dass der eine den anderen mehr liebt." Ich weiß, was jetzt kommt. Der Schmerz ist nahezu mit den Händen zu greifen. "Und so endet auch eine Beziehung."
Die folgende Stille ist anklagend.

2012/11/14

Ich betrachte die Weltkarte an der Wand, schließe die Augen und stellemit vor, ich konnte überall sein - das Gefühl der Freiheit.

In manchen Momenten könnte ich mir den Kopf abreißen und jetzt ist so einer davon.
Ich hasse mich selbst dafür, irgendwie den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden und was für Fehler und Macken jetzt erst recht aufgedeckt werden. Verletzlich, klein.
Der Himmel voller aasfressender Krähen und mittendrin eine verrottete Seele.
Meine Winkekatze knarzt mit jeder Bewegung. Jedes Ticken lacht mich aus. Verhöhnt mich.
Tick, Tick, Tick, Tick.
Versager, Versager, Versager, Versager.
Ich kotze meine Gedanken aus und sie kotzen ihre Paradoxität aus.
Ruhe. Keine Erwartungen, keine Wünsche, keine Vorstellungen, kein Druck - nichts. Mich zurückziehen, niemanden sehen.
Und mit dem Alleinsein kommen die Gedanken, die in meinem Kopf gegen hallende Leere knurren, nicht rauskönnen, elendig krepieren.
Ich will nicht denken, verdammt noch eins.


2012/11/09

Meine Rebellion ist an deinen Lippen zerschellt.

Jeder Blick reißt meine Fassade ein, jede Nähe lässt meinen Schutzwall bröckeln, den ich selber um mein Inneres errichtet habe.
Mein Magen ätzt sich selber weg. Jeder Atemzug fühlt sich an, als würden kleine Eisnadeln meine Lunge durchbohren.
Wie kann es sein?
Dieses Gefühl, dass jemand dich will und liebt?

"Es gibt Menschen, die lieben sich selber so wenig, dass sie gar nicht verstehen können, wenn ein anderer sie liebt."

2012/11/02

There are no more rabbits in my hat to make things right.

Ich hab das Gefühl, hassen zu müssen. Nicht dass ich dazu genötigt werde, sondern dass die Umstände so sind, dass es einfach nicht anders geht.
Ich benutze Sarkasmus als Ventil. Beißender und ätzender Sarkasmus.
Wenn einfach alle ehrlich wären - das Leben wäre brutaler, aber leichter.
Hart genug, erst mal bei mir selber anzufangen.


Verlieb dich nicht. Spring lieber von einer Brücke. Tut weniger weh.

Im Verlieren will ich die Erste sein.
Umgeben von Leuten, von Menschen die ich mag, und trotzdem unerträglich allein und abgeschottet.
Ich will nicht hier bleiben, nicht hier sein, aber auch nicht nach Hause, wo ich genau so unerwünscht bin, ich will ins Nirgendwo, ins Irgendwo.
Vernachlässige nie deine Freunde.

Doppelleben.

Kraftklub - Mein Leben.


Facebook Fragen-Antworten-Spiel, Teil 3.

Kann es eine Freundschaft zwischen Mädchen und Jungs geben?

Hm. Da brauche ich eigentlich nicht lange überlegen. Nein.

Ich habe es zu oft miterlebt, um meine Meinung da ändern zu können. Es war ausnahmslos bei JEDER Freundschaft, dass das Mädchen sich in den Jungen oder der Junge sich in das Mädchen verliebt hat. Und wenn ich "jede" meine, meine ich wirklich jede.
Freundschaft in diesem Sinne, dass man sich sieht, sich trifft, miteinander redet, sich gut versteht. Und nicht Facebook Freundschaften. Wobei mir das auch zwei Mal untergekommen ist, dass es da zwei geschafft haben, mehr zu wollen.

Ich persönlich kenne beide Seiten. Beides ist nicht so schön, wenn man zu viel gewagt hat und keine Erwiderung kommt.
Manche haben Glück und es entwickelt sich dann eine Beziehung daraus. Sie führen eine Beziehung mit der Person, die sie zu lieben gelernt haben durch die Freundschaft.
Die meisten haben weniger Glück. Sie bleiben entweder in der Friendzone oder verlieren sogar die Freundschaft, weil der andere Distanz schaffen möchte.

Mal abgesehen von den offenkundigen Gründen in meiner Umgebung denke ich es trotzdem.
Angenommen, man lernt jemanden neues kennen. Diese Person gehört dann zum Freundeskreis, wenn sie entweder gut aussieht oder man sich gut mit ihr versteht oder idealerweise beides.
Es passiert immer. Man sortiert unbewusst.
Ganz ehrlich - ich kenne nie jemanden, der gerne mit jemanden befreundet sein will, der nicht besonders aussieht UND keine gemeinsamen Interessen hat. Menschen sind nunmal von Natur aus egoistisch und oberflächlich.
Und dann hat die Person des anderen Geschlechts erst mal den Stempel "Freund".
Vielleicht stellt sich heraus, dass die Person doch vom Charakter her anders ist als man gedacht habe. Dann versucht man weiterzumachen, hoffen, dass es sich ändert oder man lässt es und sagt, "die Freundschaft welkt". Dass Menschen sich freiwillig von einem schönen Aussehen trennen, wage ich zu bezweifeln.
Nach der Anfangsphase des Kennenlernens ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis einer der beiden sich in das Aussehen oder in den Charakter des anderen verliebt. Die andere Person passt ins Beuteschema. Man hat schon sortiert. Entweder das wunderschöne Gesicht, die fabelhafte Figur, dieselben Macken, die gleiche Musik, die ähnlichen Ansichten.

Eine Freundschaft an sich, ohne Verlangen, die andere Person bloß als Freund - eine von Millionen Freundschaften vielleicht. Wenn eine der beiden homosexuell ist. Wenn beide Personen an andere vergeben sind. Vielleicht.