2013/06/15

2013/05/27

Everything that kills me makes me feel alive

"Hast du eine Kippe für mich?"
"Bestimmt." Ich halte ihm meine offene Packung hin, er zieht schwerfällig eine Zigarette heraus. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr als ein lebendiger Zigarettenautomat mit einem Defekt - spucke Kippen an all diejenigen heraus, die mich danach fragen. Aber er kennt meine dunkle Seite des Mondes, ich seine, auch wenn wir kaum reden.
"Ich dachte du rauchst nicht mehr", nuschelt er, während er versucht, seinem Feuerzeug eine Flamme abzuverlangen. Ich lächle unbestimmt und zucke mit den Schultern. Dann blickt er mich prüfend an, sein Gesichtsausdruck verändert. "Ist alles in Ordnung bei dir?"
Selbst meine ekelhaft gute Laune heute kann ihn nicht täuschen. 
"Klar." Zuhause wertlos, überall ersetzt, in mir wütender Krieg.
"Wirklich?", fragt er nachdrücklich, nicht im Geringsten überzeugt.
Rechts von uns kommt der Rest der Raucher aus dem Unterricht, unterhalten sich lautstark über Lachgas und Ether, winken uns zu. "Ja", bestätige ich mit fester Stimme, aber mein Blick hält seinem nicht stand. Die Suche nach meinen Zigaretten in meiner Tasche dauert beabsichtigt länger, ich klemme mir eine zwischen die Lippen und zünde sie an, um ihn nicht anschauen zu müssen, bis er erst eine ganze Weile später von mir ablässt und mit jemanden anders redet.
Mein Nikotindampf kräuselt sich im fahlen Sonnenlicht und verliert sich im tristen Blau, weit weg von mir.


2013/05/26

I'm up all night to get lucky

Der entgleiste Zug fährt wieder. Selbstdestruktionsschiene.
Erheblicher Schlafmangel, und es zerrt den kompletten Tag über an meinem Bewusstsein, meine Umgebung rauscht und zerfließt und ich habe die größten Mühen, mich festzuhalten. Mein Magen rebelliert und ich kann nicht gerade stehen, ohne an den Grenzen um mich herum Halt zu suchen. 
Ich will meine Hand durch den Körper schieben, meine schlagende Saftpumpe umschlingen, es ins pH-Wert-1 Gift ziehen und anschließend das pochende Mistding im Takt verwirren, indem ich es zerquetsche.


2013/05/18

Blogaward #3

Um mal was vernünftiges auf die Reihe zu bekommen - mein dritter Blogaward, verliehen von der Julie, die wunderbare, ans Herz gehende Texte schreibt, die ich sehr gerne lese. Vielen lieben Dank!

Die Regeln des Lovely Blog That Inspires Everyone Awards
- Den, der dir den Award verliehen hat, verlinken.
- Das Logo auf dem Blog platzieren.
- Sieben Dinge über dich erzählen.
- Fünfzehn weitere Blogs nominieren.

Sieben unnötige Dinge über mich

1. In sozialer Hinsicht überlebe ich in der Schule nur, weil die beliebteren Mädchen mich um meine Haare beneiden und ich deswegen nicht in die "untere Ecke" geschoben werde. Die Jungen mich komplett auf das reduzieren, was sie gerne sehen. Zocken, zum Beispiel.
2. Ich habe immer ein Feuerzeug dabei und kaufe mir oftmals welche, obwohl ich sie nicht brauche, weil ich sehr gerne darauf zeichne.
3. Ich liebe griechische Mythologie.
4. Meine beiden besten Freundinnen, mein bester Freund, mein Freund, seine Freunde und deren Freunde lesen mit, soviel ich weiß. Ich hätte damals nicht meinen Bloglink so verteilen sollen. Sonst wäre ich jetzt nicht scharf darauf, ein paar der Personen loszuwerden.
5. Ich schreibe seit 2010 Tagebuch.
6. Wenn ich Menschen was von mir erzähle, dann unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Bruchstücke über mich. Alle zusammen wissen alles über mich, keiner kennt mich komplett und kann mir damit gefährlich werden.
7. Ich fahre sehr oft mein Schlüsselbein nach, wie andere Leute sich aus Langeweile an der Hand abstützen.


Nominierungen
Da ich eigentlich immer die, die ich lese nominiere, dachte ich mir, ich nominiere diesmal meine Leser. Natürlich komme ich nicht auf 15. Wen wundert's.

http://tell-them-i-was-happy.blogspot.de/
http://hopeversusfear.blogspot.de/
http://romanschreiberin.blogspot.de/
http://untilsomebodysavesme.blogspot.de/
http://www.briefe-an-alexander.blogspot.de/
http://feitherweight.blogspot.de/
http://xpainstory.blogspot.de/


2013/05/11

I'm torn between this life I lead and where I stand

Anmeldung an der Fahrschule. Ich will nicht Autofahren lernen. Zu viele Möglichkeiten für impulsive Aktionen meinerseits. Ich kalkuliere meine Schadensbegrenzung bereits - Fahrstunden werden mir einen hässlichen Strich durch die Rechnung machen. 
"Die haben letztens alle Formulare erneuert, schrecklich." Die Tochter des Fahrlehrers verdreht die Augen, und ich lächle unbestimmt. Konzentriert übernimmt sie Zeile für Zeile von meinem Personalausweis und fängt an zu grinsen. "Ah, meine Lieblingsstelle, die total überflüssig ist." Sie schiebt meinen Ausweis zu mir zurück und leiert im leicht belustigendem Tonfall die Fragen herunter. 
"Waren Sie in irgendwelche Gewaltdelikte oder Körperverletzung mit Strafverfahren verwickelt?"
Diese Art von Fragen. Meine Mundwinkel zucken nach oben. "Nein." Für Selbstverletzung wird man nicht angeklagt. 
"Nehmen Sie irgendwelche Rauschmittel oder haben Sie eine Abhängigkeit?"
"Nein." Ungesunder Hang zu Nikotin und schwache Standhaftigkeit gegenüber Gras. 
"Leiden Sie unter irgendwelchen Krankheiten -wie zum Beispiel Diabetes- oder sind Sie anderswertig körperlich beschränkt?"
"Nein." Anzeichen einer Depression, ES Symptome, BL-Verdacht. 
Sie setzt eine schwungvolle Unterschrift am Ende des Vertrags und verdreht erneut die Augen. "Fragen, die die Welt nicht braucht."
Und mein Lächeln ist echt, weil sie die Wahrheit ausspricht, obwohl ich sie schamlos belogen habe. Weil die Welt mich nicht braucht. 

2013/05/05

ich komme nicht dazu alle kommentare auf einmal zu beantworten es tut mir so unfassbar leid sie werden zur kenntnis genommen und werden auf jeden fall noch beantwortet
ich danke euch so sehr und ziehe sehr viel kraft aus euren worten danke danke danke

2013/05/02

dann kommt die schwarze Wolke macht mich klein

die leere frisst mich auf
meine gefühle sind alle ausnahmslos tot
zumindest im moment erfroren festgefroren festgefahren
alles ist stumpf hohl trockene bewegungen ohne jegliche empfindung
isolation mein geliebtes alleinsein aber nicht einsamsein wollen
ich kann diese menschen nicht mehr sehen
will keine mehr sehen
es ist unermesslich schwierig geworden
ausdauernd zu täuschen
meine teilnahmslosigkeit zu überschreiben
ich dränge sie von mir weg
sie sollen meine fehler nicht sehen
der mechanismus bloß als schutz vor enttäuschung durch mir
meiner selbst
weil ich zu nichts anderes fähig bin
und ich möchte sie nicht belasten mit meinen wiederkehrendenden
schwierigkeiten in mir
nichtigkeiten im grunde auch wenn sie mich zersplittern
denn ich will keine pflicht sein
die man nicht verlassen kann weil sie sonst bricht
sondern ich will dass man zu mir geht
weil man mich um sich haben will

unfähig mich vernünftig auszudrücken und doch zu viele wortfetzen um vollends zu schweigen
unbezähmbare bedürfnis irgendetwas anzuzünden
oder verbrennen zu lassen
warum mögen ausgebrannte menschen
feuer


2013/04/25

Und der junge Mensch treibt, er treibt, er treibt es gerne zu weit

Meine Lehrerin schreibt eine Aufgabe an die Tafel und verlässt das Klassenzimmer. Allgemeines Stimmgewirr.  Ich starre hinaus in den Wald, bis mich irgendjemand am Rande des Blickfelds ablenkt. Er setzt sich auf die Fensterbank und folgt meinem Blick - der einzige Mensch, der aufgestanden ist, und das vom anderen Ende des Raumes -, öffnet das Fenster. Gewöhnlich will er mich damit reizen, und auch diesmal beiße ich an. "Was willst du hier?", frage ich unfreundlich.
Er schaut herunter. "Denkst du hier ist hoch genug zum Springen?", fragt er völlig ernsthaft, ohne mich anzuschauen.
Ich stehe auf, blicke ebenfalls aus dem Fenster. Drei, maximal vier Meter geht es nach unten. "Nein."
"Vom zweiten Stock vielleicht", witzelt jemand.
Ich schüttele den Kopf, die zusätzlichen zwei Meter nützen nichts. Bevor ich zu was ansetzen kann, kommt er mir zuvor: "Nein. Das ganze Schulgebäude ist nicht hoch genug, selbst auf dem Dach nicht."
Er weiß es. Und er hat recht. Wieso fragt er mich dann?
Ich reiche nach der Fensterklinke, um das Fenster zu schließen, als er mich mit eisernem Griff am Handgelenk packt. Mein Was...? bleibt mir in der Kehle stecken, und er umklammert mit seiner freien Hand mein anderes Handgelenk. Mit einem Ruck zieht er mich zu sich heran und flüstert mir ein einziges Wort ins Ohr: "Spring."
Danach lässt er mich ohne Aufforderung los, geht auf seinen Platz zurück und arbeitet wortlos an der Aufgabe.

Wenn wir in der Schule nicht immer unsere Masken aufhätten, die uns unantastbar und unnahbar machen. Vielleicht gibt es mehr Menschen, die verloren sind. Vielleicht ist er so jemand. Ungünstig, dass er jegliche Fragen sofort abblockt.
Blogaward steht noch aus, vielleicht eine gute Gelegenheit für ein bisschen Licht in die Verwirrung zu bringen.


2013/04/15

Nothing burns like the cold.

Das rohe Monster in mir, dass nach Blut giert und nach Schmerzen lechzt. Sich an Hass labt. Gegen die brüllende Stille anschweigt und zu mir siecht und in Schwärze mitschleift.
Mitten in der Nacht
scheint es
die Kontrolle
über mich
zu reißen
Bilderbruchteile. Klinge in der Hand. Blutgetränkte Taschentücher, Pflaster. Schneide in der Haut. Kurzes Aufblitzen von Schmerz. Am nächsten Morgen ein paar dutzend Schnitte, an die man sich nicht erinnert.
Bei Abwesenheit des Lichts sehe ich Dinge, die mich paranoid machen. Kann nicht schlafen, weil ich nicht die Augen schließen will. Angst vor der Dunkelheit. Vor der Schwärze. Vor dem Nichts.

So viele liebe Kommentare offen, ein weiterer Blogaward, wenigstens hierfür werde ich mich aufraffen die nächsten Tage, vielleicht schaffe ich es ja...

2013/04/14

Herz zerrissen wie Mund

Mir ist wieder so danach, Säure in der Kehle zu haben. Einen Fremdkörper in der Haut. Die Lunge mit Giftstoffen zu zersetzen. Irgendwie alles, und alles auf einmal.

2013/03/31

Jede Seele bestraft sich selbst am allerschlimmsten.

Mein Cousin steckt sich eine Zigarette an. "Wir haben gerade über dich geredet." Sein Blick ist lauernd, prüfend.
Allein an seinem Tonfall weiß ich das komplette Gespräch. Wer, was. Ich stelle mich dumm, um Zeit zu schinden. "Wer?"
"Deine Mama und ich." Ein Zwanzigjähriger, der sich selber als einer meiner wichtigsten Bezugspersonen sieht. Und eine Person, die meine wichtigste Bezugsperson sein sollte. Und die Tatsachen, die mich es nicht akzeptieren lassen.
"Lass mich raten." Sarkasmus mischt sich unbemerkt unter meine Stimme. "Ihr habt darüber geredet, dass ich vor kurzer Zeit für ein paar Stunden ausgerissen bin und eine böse, unkontrollierbare Tochter bin, die nicht auf die Mutter hört und ihr ständig widerspricht?" Ich speie alles aus, mit leiser Verachtung, obwohl er sicherlich nicht zu den Personen gehört, die Schuld daran tragen.
Er zieht ganz gefasst und lässt sich Zeit. "Auch", gibt er nach einer kleinen Weile zu. Schnippt Asche weg. "Weißt du, ich verstehe dich vollkommen. Aber ich verstehe auch, warum deine Mutter so denkt. Das kommt mit der Zeit. Und was du gerade durchmachst, ist völlig normal. Wirklich. Eigentlich gar nichts. Ich war viel schlimmer..." - er hebt grinsend seine Zigarette - "und du wirst auch nach und nach mehr verstehen..."
Bei diesen Worten hat er bei mir verloren. Ich durchwühle meine Tasche und werfe ihm meine Schachtel zu.
Er fängt sie ungeschickt, aber sie trudelt nicht zu Boden. "John Player", liest er laut. Dann schaut er mich mit einem süffisanten Lächeln an. "Du rauchst?" Er lacht und lässt die Schachtel zurücksegeln. "Im Ernst?"
Ich fange sie auf, halte sie wortlos in die Höhe und verstaue sie wieder.
Er lacht immer noch. "Du kleine Rebellin, du." Seine Gesichtszüge werden weicher. "Aber im Gründe bist du wirklich lieb."

Nein, mein Lieber, ich glaube nicht, dass du schlimmer warst als ich. Dass du rauchst und vermutlich auch kiffst, offensichtlich. Aber du hast nicht das zwanghafte Gefühl, dünner werden zu müssen und dass dieses Gefühl dich überwältigt. Dass du manchmal Tabletten nimmst, die man nicht nehmen muss. Dass du Einwegrasierer auseinanderbaust, um die Klinge herauszunehmen.
Und dieses einzige Empfinden, dass du eine absolute Katastrophe für Eltern und Freunde darstellst.

Vielen lieben Dank für Eure Worte und Kommentare, sie bedeuten mir sehr viel. Sobald ich wieder in Reichweite eines Laptops komme, beantworte ich sie.

2013/03/29

Everyone's happier... without me.


Mein Vater hat die Hand drohend ausgeholt. Ich zucke reflexartig zurück. Und hasse mich im nächsten Moment dafür. Tu nicht was er sehen will. "Weißt du, dass ich so sauer auf dich bin, dass ich dich umbringen könnte?", brüllt er mich an. "Ich muss nur ein paar Mal auf dich einstechen und dann muss ich nicht mehr ständig etwas für dich machen."
Keine leeren Worte. Dafür ist er zu rasend vor Wut. Ich halte die Luft an.
"Wenn du die Scheiße hier gleich nicht aufgeräumt hast schlag ich dich bis du tot bist und dann brauche ich nicht mehr so leben!"


2013/03/24

Blogaward #2


Plötzlich noch so ein Blogaward. Wochen her und jetzt erst Zeit. Vielen Dank an Katy!

Die Regeln:
Wenn du von jemandem nominiert wirst, musst du das obrige Bild in einem Post veröffentlichen, dich bei dem Blogger bedanken und seinen Bloglink einfügen, die 11 Fragen beantworten und 20 andere Blogger (mit weniger als 200 Followern!) nominieren.

11 Fragen:

2013/03/22

dicker schädel, dünne haut

"Wirst du gleich abgeholt?" Eine dieser Fragen, denen Antworten man bereits weiß. Er bleibt die halbstündige Pause da und läuft entweder oder nimmt den Bus. Nur irgendwas fragen, damit man auf das Thema kommt.
"Ja."
Die Glasphiole in mir zerbricht. "Im Ernst jetzt?" Die Ungläubigkeit tropft auf den Boden.
"Ja." Verwirrung in seinen Augen. "Fahrstunde. Ich werd von meinem Fahrlehrer abgeholt."
Ich wollte nach der Schule mit dir reden, liegt mir auf der Zunge, will das alles klären, mich entschuldigen für meine selbstzerstörerische Art, es tut mir leid. Wende den Blick ab und starre die Wand an, um ihm es nicht zu erklären. Der kleine Zettel in meiner Hosentasche wiegt immer mehr, zieht meinen Körper runter, mich.
Er verschwindet nach Schulschluss hektisch, ohne Abschied, ohne alles. Bin noch halb auf dem Schulgelände. Feuerzeug und Zettel am selben Ort, nehme beides raus. Falte das Papier auseinander. Dicht mit Bleistift beschrieben, Probleme, die ein Gespräch bilden sollen. Habe es regelrecht auswendig gelernt. Anscheinend bin ich unfähig zu reden, unfähig zu schreiben. Ein Klicken, eine Flamme. Die Notiz fängt Feuer, verbrennt, ich lasse es fallen, trete den Rest aus.
Die Tinte in meinem Hirn verblasst trotzdem nicht.

Aber in Wirklichkeit will ich es nicht sagen, nein, will nicht darüber reden oder schreiben, weil es sich auf diese Weisen nicht lösen lässt, nur höchstens für den Moment. Ich will das alles nicht. Die Angst sitzt fest in meinem Charakterzug und das irgendwo hinter den Rippen und da komme ich nicht heran. Wächst nur mit jeder Situation wie ein Tumor.


2013/03/18

Hab mal wieder verkackt. Wird langsam zum Alltag.


Zwang des extremen Perfektionismus. Immer in dem Moment, wo alles perfekt erscheint. Kann mich nicht mit diesem annähernd perfekt abgeben. Seziere das Problem, währenddessen zerfällt die Welt in Trümmern. In immer kleinere Scherben. Und irgendwann treibe ich in einem Splittermeer. Unfähig, irgendeinen Zug zu machen, ohne gleich dabei die Seele zu zerschlitzen. Und plötzlich vegetiert man wieder dort vor sich hin, von wo man sich gerade erst herausgewunden hat.
Mir wäre es, als suche ich immer krampfhaft nach einem Faktor, um nicht glücklich zu sein.
Vielleicht will ich mir das gar nicht erlauben, tief im Inneren, weil er Erwartungen schürt.
Unerhebliche Einzelheiten, die alle ins gleiche Loch zielen.

Ich weiß, dass man es mit mir nicht leicht hat.


2013/03/15

"Ich mache grad Pommes, irgendwie hab ich Hunger drauf." Mein Vater schaut mich zweifelnd an. "Willst du auch was davon?"
"Hm. Mal schauen." Überschlage die Zahlen im Kopf. Zu viel an Überfluss für heute.
"Du bist doch schon fett, brauchst gar nicht so zu tun!", keift meine Mutter aus dem Wohnzimmer.
"Hast du mich gerade 'fett' genannt?" Meine Stimme ungewohnt leise. Als könnte der Klang den Albtraum wieder heraufbeschwören. 
Sie schnaubt. "Ja, was denn sonst."

ERKLÄRT MIR WIE KANN ICH ES EUCH RECHTMACHEN
WIE

Heute auf zwei Feiern eingeladen, verrotte aber zuhause, weil ich angeblich jedes Wochenende weg bin und bis zu den Osterferien nicht mehr raus darf, an jeder Ecke Streit, Stress, Auseinandersetzung wegen Lappalien, ganz dezent keine Lust mehr.

2013/03/11

Die Realität ist nur die Zwangsjacke meiner Fantasie.

Bus zu spät. Halbe Stunde lang schneidet mir Wind und Schnee in die Haut. Bus kommt, fährt ran, ich steige ein, zehn Minuten Wärme, hetze hinten raus, sowieso spät dran. Links nichts kein Auto. Ich höre nichts außer das Brummen des Busses. Trete auf die Straße.
Zu viele Dinge auf einmal.
Lange Streifen im Augenwinkel.
Metallisches Kreischen.
Mein hinteres Bein zuckt einen halben Schritt zurück.
Ruckende Bewegung in meiner Nähe.
Blick nach rechts.
Cobaltblauer Nissan.
Die Stoßstange keine dreißig Zentimeter von meinem Bein entfernt.
Zwei Sekunden Zögern.
Ich überquere in Laufschritten die Straße. Wütendes Hupen. Entschuldigend hebe ich meine Hand, ohne mich umzudrehen.
Hättest du mal nicht gebremst.



Komme nicht dazu Kommentare + Blogaward zu beantworten, wird aber alles gesehen, hole ich so bald wie möglich nach, sorry...

2013/03/06

Ich könnte oft schweigen und daran ersticken.

Schule.
Verstand ausschalten und funktionieren.
Alles in Ordnung bei dir?
Lächeln und bejahen.
Essen wird hingehalten.
Ablehnen und Selbsterhaltungstrieb übertönen.
Hunger.
Wasser, Kaugummi, Zigarette. Geht aufs Geld und die Gesundheit aber um letzteres schere ich mich erst recht nicht.
Ignoranz.
Rückzug in Selbstisolation, Nihilismus und dem Gedankenstrom nachgeben.


Mein Leben eine langsame Endlosschleife. Alles so beliebig, so austauschbar. Aufstehen, zur Schule schleppen, dort Theater spielen, nach Hause, dort Theater spielen. Tür schließen und die Wand anstarren. Tag vorbei. Ich nehme die Welt nur noch durch den Nebel der Müdigkeit war und schiebe mich eher durch das Leben, als da durch zu gehen.




2013/03/03

I demand unconditional love and complete freedom. That is why I am terrible.

Okay, ich bin ein Wrack. Ein Grund dafür ist, dass ich nichts vergessen kann.

Wenn man sich vor Kopfschmerzen nicht mehr wagt aufzustehen. Weil man sich nicht sicher ist, ob man festen Stand hat. Nicht einfach die Knie nachgeben und man zu Boden fällt. Weil die Gedanken, die nachts auf einen losgelassen werden immer noch zerfleischen.

Ich frage mich, wieviel mein rechtes Handgelenk noch aushält. Ein tiefvioletter Fleck blüht auf, durchsetzt mit roten Striemen. Obwohl das schon in der Nacht war. Nach zwanzig Bissen hatte ich aufgehört zu zählen, und irgendwann frühmorgens kam das Gummiband hinzu... Schnitte zu auffällig und meine Eltern liegen da regelrecht auf der Lauer.



Auf Tumblr tummeln, als Anon Liebe verteilen die ich so selbst dringend nötig hätte und mich nutzvoll fühlen.

2013/03/02

Someone hold me, I'm done with this game.

Es fängt wieder an. Die innere Niedergeschlagenheit; das Gefühl bloß hinzusiechen und das alles, was man anfasst, zu bösartig glitzerndem Sand zerfällt. Strudel aus Panik, der mich ergreift. Aufblitzende Angst vor dem Leben.
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich dieses Gefühl vermisst habe. Aber es hat dem Glück eins voraus: Vertrautheit. Es ist ungebeten, aber nichtsdestoweniger willkommen. Und ich weiß in etwa, wie ich damit umzugehen habe. Oder auch nicht.


2013/02/28

Die Kurve beginnt eher als man lenkt.

Schön blöd, wenn man die Chance der Distanz nicht nutzt. Sich blindlings an Erinnerungen klammert, ohne die man ertrinken würde. Anstatt sich eine Weile treiben zu lassen und den Nebel im Kopf loszuwerden, aber ist man während der Liebe jemals bei klarem Verstand? Jeder Pfennig Hoffnung ausgezahlt, mein Inneres ein einziger Bankrott.

Sechsundzwanzig Sekunden Sprachnachricht.
Aufgenommen, als du dicht warst.
Gesendet, während du dich betrunken hast.
Vielleicht ein wenig krank, dass ich ausgerechnet die Worte, die du im Rauschzustand losgeworden bist, auf die Goldwaage lege.
Ich will sie hören.
Ich brauche diese Bestätigung, dass du für mich fühlst.
Vielleicht ein wenig masochistisch, dass ich sie mir beinah jede Nacht anhöre.
Ich will sie nicht hören.
Denn das Wissen, dass du die wichtigsten drei Worte seit über einen Monat nicht mehr zu mir gesagt hast...
... tötet quälend langsam.


2013/02/26

Drinnen saßen stehend Leute schweigend in ein Gespräch vertieft.

Seit Stunden meldet sich mein Magen. Ich habe die Phase mit Unmengen Wasser und Kaugummi rauszögern können, aber vor Hunger kann ich mich kaum konzentrieren. Letzte Schulstunde fällt aus und in diesem Zustand werde ich zuhause kaum einer Fressattacke entgehen können. Schlimm genug, dass selbst meine Mutter mich zum Essen zwingt, selbst wenn es nur Obst ist.
Mein Freund, mein bester Freund und A. laufen denselben Weg mit mir. Ersterer braucht noch Kippen vom Kiosk neben meinem Haus, weil sie an Minderjährige verkaufen. Und A. ist zufälligerweise der Bruder des Kioskbesitzers.
Die Gespräche lenken mich ab. Bis die Themen ausschweifen. Ich nicht mehr folgen kann. mein kopf dröhnt mit jedem Schritt. In meinem Bauch rollt sich der Magen zu einer Kugel zusammen.
Verdammt. Ich durchwühle meine vordere Tasche, bekomme die Schachtel zu greifen, ziehe eine Kippe heraus und zünde sie an. Anders kann ich es nicht mehr bewältigen.
"Muss das jetzt sein?", murrt mein bester Freund.
"Ja", antworte ich gelassen und füge ohne jede Spur des Bedauerns hinzu: "Sorry."
Meine Kehle trocknet aus, und mit dem Speichel verschwindet auch der Essensdrang.
"Was würdest du jetzt tun, wenn deine Eltern dir entgegenfahren würden?"
"Die Kippe fallen lassen?", erwidere ich leicht bissig, obwohl er für meine Stimmung nichts kann.
"Und was ist, wenn du sie nicht siehst, aber die dich?"
Ich nehme demonstrativ einen Zug und zucke mit den Schultern.
"Dann wärst du tot", schlussfolgert er und wirft mir einen Seitenblick zu. "Wäre das nicht bisschen viel Stress für eine Zigarette?"
Heroisch, wie er mich vom Rauchen abbringen will. Ihm zuliebe habe ich mir vorgenommen, nicht so viel zu rauchen, dass ich abhängig werde. Ich kämpfe gegen einen leichten Anflug von Reue, aber ein Knurren im Inneren macht alles zunichte.
A. huscht vor uns in den Kiosk, stellt sich hinter den Tresen und schaut uns auffordernd an.
Ich nicke meinem Freund zu. "Mach."
"Nee nee", wehrt er ab. "Mach du zuerst."
Verdrehe die Augen. Fixiere die Schachteln hinter A. Krame mein Kleingeld hervor. "Einmal Papers."
A. zeigt zögernd nach links auf die Long Papers. "Die etwa?", fragt er überrascht.
"Ja."
"Für wen? Für ihn?" Er deutet auf meinen Freund, tippt den Preis ein.
Seine Konfusion lässt mich lächeln. "Für mich."
Er hebt eine Augenbraue und kassiert. "Seit wann paffst du?"
Ich schiebe die Unterlippe vor und sage nichts.
"Das sag ich deiner Mutter", droht er grinsend und entringt mir ein Lachen damit. Ich gehe zur Seite und lasse meinen Freund dran.
A. scheint immer noch nicht ganz überzeugt zu sein. Während er die Sachen auf den Tresen legt, fragt er nochmal: "Für wen?"
"Für mich, wirklich!" Seine Hartnäckigkeit ist bewundernswert.
"Ich dachte du bist voll schlau und artig und so."
Meine Mundwinkel zucken nach oben.
Er scheint das Gespräch unbedingt weiterführen zu wollen. "Und woher bekommst du das?"
"Was?"
"Das Grüne."
"Hab so meine Quellen", antworte ich lakonisch.
Er hält uns die Tür auf. "Warum? Warum machst du sowas?"
Damit ich nicht alternativ scharfe Gegenstände in die Haut ramme und damit ich nicht esse.
Ich zucke mit den Schultern, setze ein dümmliches Lächeln auf und lasse ihn und meinen besten Freund im Glauben, ich tue das nur, um cool zu sein.




2013/02/22

Und ich spür täglich Erwartungsdruck, brauch Atemluft, alles bewegt sich, dreht sich, ergreife grad die Flucht.


Schön, wie ich es selber nicht bemerke.
Problem ist einfach, ich hab nicht mal Zugang zu mir selbst.
Ich fühle mich, als hätte man mir einen Grund zur Existenz geraubt. Nicht, dass ich je einen gehabt hätte. Aber jetzt ist einfach nur Leere. Unentschlossenheit. Mein Leben wird anders aufgefüllt. Bin auf die Figur fixiert, mache oft Sport, aber noch öfter esse ich viel und lasse den Sport komplett weg. Kaum Anlässe zum Schneiden und Beißen. Nirgendwo grad Stress in Relationen und das ist so verdammt ungewohnt. Nur Kippen runterwürgen, um den Hunger wegzurauchen.
Außerdem eine ungewohnte Angst... Angst vor zwischenmenschlichen Beziehungen. Teilweise gebe ich einige von ihnen nach und nach auf. Ich bemühe mich nicht mehr, sie zu halten. Geleitet von der Furcht, dass sie mich irgendwann mal komplett kennen. Vollkommen irrational. Aber ich kämpfe verbissen dagegen, ein offenes Buch zu sein. Je offener ich bin, desto mehr Angriffsfläche gebe ich her. Ob man mich bewusst oder unbewusst verletzt... Ob da ein Vorsatz ist oder keiner ändert nichts daran, dass es am Ende dasselbe Loch bleibt. Verdreckt, kalt, leer. Und bei einer, die lächerliche Kleinigkeiten schon belastet, ist das nicht zu gebrauchen.
Schiebe Leute von mir weg. Außer die wenigsten, weil sie mein Halt im Leben sind. Mehr mein Fundament als ich selbst. Aber abgesehen davon - Alleinsein bekommt mir. Solange es nicht Einsamkeit wird. Mein ganzes Leben besteht aus Isolation, also werde ich es jetzt auch noch aushalten.



2013/02/19

"Ich hab gestern die halbe Nacht geweint, als ich deinen Blog gelesen habe."

Egoistisches, fettes Miststück. Schaffe es, meiner besten Freundin durchgehend Sorgen zu bereiten. So auf meine eigenen Kleinigkeiten konzentriert, dass ich sie vernachlässige, obwohl sie mich wohl dringend braucht. Ich sie links liegen lasse. Ich hasse mich hasse mich hasse mich dafür.
Bisschen Blut sehen wär doch ganz nett.

- Was kannst du eigentlich?
- Nichts. Das ist es ja gerade.