2012/12/31

Ich habe an eine Menge Dinge geglaubt. Das macht sie nicht wahr.

Weißt du, hieve ich bei Whatsapp ein. Meine Finger fliegen über die Tastatur. Ich hab grad nachgedacht... Ich will einfach mit allem Schluss machen, alles verlieren und dann so leben wie die Natur den Menschen vorgesehen hat - egoistisch und eigennützig. Ich stolpere über den Gedanken, meine Hände unterbrechen den Tanz kurz. Die Gesellschaft hat versucht uns zu sozialen Wesen umzuerziehen, aber damit jetzt Ende. Man kann sich nicht ewig der Natur widersetzen.


Guten Rutsch euch allen. Ich habe Silvester nie gemocht und daran hat sich dieses Jahr auch nichts geändert... Zeit für Veränderung ist immer und es ist ein Tag wie jeder andere auch.





2012/12/28

I'm drunk of life.

Mein Kopf explodiert aus grellen Lichtblitzen, eine Hand, die sich durch mein Gehirn wühlt, eine eiskalte Klaue an meiner Kehle, die die Luftröhre aufschlitzt. Jedes Mal brennend Sauerstoff durch den Hals, jedes Mal Mühe, die verbrauchte Luft loszulassen.


Pause vom Rap. Casper, Prinz Pi, eRRdeKa. Aufhören zu denken, Schlagzeug, Gitarre, zuschreien lassen.


2012/12/25

Vom Werden und Warten und Entfernungen Raten bleibt die Lüge vomFreisein ein Sterben auf Raten

Momente vergehen wie Nichts. Wie lange dauert es, das Nichts? Ich sitze herum, starre die Wand an, schaue später auf die Uhr und merke, dass der Stundenzeiger zwei Zahlen weitergewandert ist.
Die Zeit rast und rast und ich komme nicht hinterher. Ich werde nicht an meinem Geburtstag alt. Ich werde es an Weihnachten. Weil ich mich jedes Jahr an das vorherige erinnere. Was ich dachte, was ich wollte, wie ich war. Merke, dass ich mich verändere, obwohl ich nichts tue.
Dann gleichzeitig, dass ich Tage durchlebe, die Monate zurückliegen und immer noch weiß, was ausgesprochen wurde, wie die Reaktion darauf war. Und trotzdem weiß ich nicht mehr, was gestern war.
Lebe in alten Zeiten, vergesse das Jetzt.
Meine Wahrnehmung geht kaputt.

2012/12/16

And that shows that intuition can sometimes get things wrong. And intuition is what people use in life to make decisions.

Mit Socken stehen wir auf den nassen Steinen. Mitten in der kalten Dezembernacht, ohne Jacke, ohne Schuhe. Erzählen uns Geschichten, zünden Wunderkerzen an, lachen. Das einzige Licht kommt vom Wohnzimmer hinter uns und beleuchtet nur schwach den vorderen Teil der Terrasse. C. hält Me. in den Armen, sie teilen sich eine Zigarette, Ma. raucht wortlos. Ich stehe mit P. an der Treppe, die in den Garten führt. Es regnet immer noch, schlierende Fäden, die auf den Boden fallen, ein monotones Hintergrundgeräusch.
"Hey!" An der Hecke tauchen Umrisse von zwei Gestalten auf. Ich zucke erschrocken zusammen und gehe unbewusst näher zu P. Die Schatten springen schwerfällig über den Zaun, rufen irgendwas und kommen auf uns zu. Wir halten in unseren Gesprächen inne, reden aber sofort wieder durcheinander, als wir die Stimme erkennen.
N. kommt zuerst aus dem Nichts, das Licht fällt auf sein Gesicht, er grinst, einen Regenschirm in seiner Hand. B. folgt ihm überraschenderweise, ich habe jemand anders erwartet.
"Was macht ihr gerade?" N. schaut in die Runde. Hände mit Zigaretten heben sich. Ma. gibt N. seine Tabakdose. C. und Me. haben sich immer noch nicht losgelassen. P. und ich sind weiterhin am Rand und schauen in den Regen.
N. versucht seinen Regenschirm zusammenzufalten. Das Geräusch von brechendem Holz unterbricht seine Flüche, eine verdutzte Stille entsteht, wir lachen. Achtlos wirft er die beiden Teile in die Dunkelheit.
Der Wind weht den Regen herein, ich ziehe mich mit P. zurück zur Terrassentür, wo alle stehen. N. schaut mich abschätzend an und grinst. "Ich bin enttäuscht von dir, Anna."
Ich lache. "Das habe ich heute Abend schon ziemlich oft gehört", bemerke ich mit einem Anflug von Bissigkeit. Ich schnippe die Asche weg, merke, dass die Kippe nicht mehr glimmt und drücke sie in den Aschenbecher. Ein Gedanke schießt mir in den Kopf und hakt sich fest.
Ich enttäusche grundsätzlich jeden.

2012/12/15

Ruf mich nicht an, ich bin tot, meine Haut grün, die Augen rot, lad mich nicht ein, denn da wo ich hingehe regnet es bloß.

Bring es nicht mehr über mich, mich mit Schlaf ruhigzustellen, zu betäuben. Das Ticken der Uhren vergeht unendlich langsam. Momente dehnen sich. In den einen laufen sie alle.

2012/12/10

왜태어났니

Ich drehe das Feuerzeug in meinen Händen. Irgendwann sollte ich mir mal selbst eins zulegen - meine Streichhölzer sind irgendwo verschwunden, aber ich mache mir nicht wirklich Mühe, sie zu suchen.
Das ist nicht das einzige, was ich vergessen habe. Ich starre den Brief an, den ich heute abgeben wollte, fein säuberlich gefaltet liegt er vor mir. Durch das Licht schimmert meine Handschrift durch.
Ich schraube das Fläschchen Desinfektionsmittel auf, kippe mir was auf die Handfläche, drehe meine Hand. Hellblaue Flüssigkeit läuft meine Finger herunter, die Tropfen klatschen auf das Papier. Paar Wörter werden sichtbar, bevor die Tinte verläuft und kunstvolle, verblichene Striche überbleiben. Es riecht angenehm nach Benzin.
Ich klemme das Blatt zwischen meine Finger, halte das Feuerzeug darunter und sehe, wie das Propanol seine Arbeit tut.