Der einzige Weg über den Abgrund ist die Brücke. Eine Brücke aus Seil und Holz, die nur vor meinen Augen existiert.
Ich weiß, dass sie unstabil ist. Ich weiß, dass sie mich nicht tragen kann.
Trotzdem gehe ich, wortlos und widerstandslos. Als würde ich es denen hinter mir bestätigen wollen: Es funktioniert nicht. Das gibt es nicht.
Ich betrete die Brücke. Ich weiß, dass jeder Schritt das Seil zum Reißen bringt. Ich sage nichts. Ich gehe weiter. Schritt für Schritt. Bis die Holzlatten kurz vor dem Ende aufhören.
Das Seil reißt weiter.
Ich will nicht springen. Ich will nicht auf die andere Seite. Ich gehöre da nicht hin.
Warum bis zum Unvermeidlichen warten? Warum den Überraschungsmoment aufschieben, obwohl ich selber darüber bestimmen kann?
Ich nehme mein Taschenmesser. Und kappe das Seil.
Freier Fall. Aber ich bekomme keine Panik.
Schreie. Aber sie kommen nicht von mir.
Die Finsternis bricht unter mir auf. Die Schwärze springt mir entgegen.
Überall Schmerz... alles Schmerz.
Wann endet es? Wann?
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