2013/01/30

Wir sind vergessene Kids, schwer zu führenKein Plan, kein Drang, es fehlt Herz und Hirn Sind stumpf und dumm, nicht mehr zu rührenBrauchen Drogen, um nie wieder den Schmerz zu spürenFlucht nach vorn, die Zeit ist da Noch nie war Revolution so greifbar nah Casper


Ich freu mich so abartig auf Freitag. Zeugnis zum Abschluss des verfickten Halbjahrs. Bei J. eingeladen. L. und ich haben uns versprochen, uns dort auf die bisherigen absolut unnötigen, sinnlosen und kaum erträglichen 4 Wochen die Birne wegzuqualmen.

Quelle für Gras ist abgesprungen. Fuck.


2013/01/26

Ich merk nichts mehr, mein Herz ist leer, ich sterb.

Das ist es, was mich Schmerzen lieben lässt. Währenddessen denkt man an nichts anderes, wenn das Stechen bis in den Kopf jagt, glühendes Gift sich durch die Adern frisst. Der ganze Körper pulsiert, der Verstand setzt aus, und die Gedanken entgleiten, auch wenn man sich bemüht sie zu halten. Ruhe vor den Monstern im Kopf, die einen heimsuchen. Der Schmerz umarmt und schirmt mich ab.

Der misstönende Ton zerbrechenden Glases...



2013/01/25

Ein freieres Leben - vielleicht ist es das nicht wert, aber dein freieres Leben ist sicherlich nicht verkehrt.

Hey, am xx.xx.xx ist wxyz. Kannst du kommen?

Normale Menschen:
- Habe ich Lust? [ ] ja [ ] nein
- Passt es in meinen Terminplan? Hab ich schon was anderes vor? [ ] ja [ ] nein

Ich:
- Habe ich Lust? [ ] ja [ ] nein
- Passt es in meinen Terminplan? Hab ich schon was anderes vor? [ ] ja [ ] nein


- Es stehen für die nächsten Wochen keine Klausuren an. [ ] ja [ ] nein
- Ich war die letzten fünf Wochenenden zuhause. [ ] ja [ ] nein
- Haben meine Eltern gute Laune? [ ] ja [ ] nein
- Weiß ich alles konkret über Zeit und Ort und Personen? [ ] ja [ ] nein
- Kann ich beweisen, dass ich dort weder trinken noch rauchen werde? [ ] ja [ ] nein
- Ich bin nicht alleine mit einem Jungen. [ ] ja [ ] nein
- Kann ich beweisen, dass ich wirklich mit den angegebenen Personen zum angegebenen Zeitpunkt am angegebenen Ort bin? [ ] ja [ ] nein
- Keine Risikofaktoren in absehbarer Zeit, die Stimmungsschwankungen bzw. eine Umentscheidung in ein Nein auslösen könnten. Sowas wie Noten, die schlechter als eine Zwei oder Streit über unpassende Kleidung im Winter. [ ] ja [ ] nein
- Ist mein Tonfall unterwürfig und höflich genug? [ ] ja [ ] nein

Ja, ich kann.
--> Alle Punkte müssen Ja lauten.
Nein, ich kann nicht.
--> Dafür reicht ein Nein. Egal wo.

Willkommen in meiner Welt. Wo mein Leben aus elterlicher Willkür und unbeeinflussbaren äußeren Umständen besteht. Obwohl ich für manche Dinge meinen rechten Arm hergeben würde, um kommen zu können, sage ich ab, bevor ich meine Eltern überhaupt gefragt habe. Ist einfacher.

2013/01/20

Warum kämpfen wir um zu leben, während wir leben um zu sterben?

Meine Handfläche ist tintenverschmiert. Füllertinte, das Blau aus dem Kugelschreiber. Ich habe versucht, es in Worten hinzuschreiben, doch die Mine hat nur nutzlos ein paar Wörter in das Blatt gekratzt, die nicht mal leserlich sind. Teilnahmslos sehe ich meine Finger zucken, ich spüre sie nicht. Durchdringende Kälte, nutzlose Gefühle.

2013/01/18

Only know you’ve been high when you’re feeling low.


Der nächste, der "Anna...! Das habe ich nicht von dir erwartet / gedacht!" sagt - dem kotze ich ohne Vorwarnung ins Gesicht. Nachdem ich ihm den Kopf abgehackt habe.

Jeder Mensch birgt das Potenzial für irgendeinen Wesenszug oder Tätigkeit in sich. Wir werden auch nicht gut oder böse geboren. Es kommt drauf an, ob man beim Aufwachsen das Potenzial nährt oder erstickt. Und mit welchen Leuten man umgeht.

Ich bin es leid, mich ständig rechtfertigen zu müssen. Alles, was ich mache, zu begründen und zu legitimieren. Mich zu verteidigen und ihnen meine Sichtweise darzulegen, die letztenendes an ihnen abprallt wie raketensicheres Glas und sie ihre vorgefasste Meinung behalten.
Ich bin es so leid.


2013/01/14

Wir begegnen uns auf Ebenen, die nichts zu tun haben mit den Mitternachtrealitäten.

"Frag Anna nicht nach deren Gründen", warnt er sie. "Die Gründe sind Schwachsinn."
Ich lasse die Worte auf mich wirken und lächle verbittert. "Mein ganzes Leben ist ein Schwachsinn."
Sie nimmt mein Gesicht in ihre Hände, schaut mir lächelnd direkt in die Augen und umarmt mich dann. "Dafür wirkst du ziemlich fröhlich."
Und genau darin liegt das Problem.


2013/01/12

Nun anstelle von Kuscheln sinnloses Grenzengepusche

Morgens reden wir so gut wie nie. Obwohl wir uns sehen, aneinander vorbeigehen. Das erste Ansprechen kommt immer von dir.
Ich habe mal öfters die Zeit genommen. Nach dem ersten Wort, was wir miteinander gewechselt haben, war vier Stunden sechsunddreißig die längste Zeitspanne, die wir ohne Streit ausgehalten haben.
Manchmal denke ich mir Warum willst du ein Gespräch anfangen? Sind wir so erfahrungsresistent? Wir wissen beide, dass es in einer Meinungsverschiedenheit ausartet, wir uns ankeifen. Kritik, verpackt in Belehrungen. Anfeindungen, die in Wirklichkeit Beschuldigungen sind. Jeder beharrt darauf, selbst im Recht zu sein. Lärm wird zur Normalität, Stimmen heiser, Stille ungewöhnlicher. Das Klima ist für den Rest des Tages vergiftet, Anschweigen unsere einzige Kommunikation. Wenn wir dazu gezwungen werden, miteinander zu reden, schwingt ein Trotz in den Sätzen mit, ein unterschwelliger Vorwurf, einer verliert die Nerven und das Feuer bricht erneut aus.
Immer dasselbe. Jeden Tag aufs Neue. Das ganze Jahr lang.
Weißt du, was du in der Blindheit des Zorns übersiehst, Mama? Dass ich merke, dass du mir Chancen geben willst, die dir selbst verwehrt blieben. Dass ich dankbar bin für das, was du für mich tust. Dass du nur noch lebst, damit ich leben kann. Und dass ich dich liebe, auch wenn mein Verhalten ein Paradoxon ist.
Aber wir können nicht zuhören, leben hinter Mauern der Sturheit, sind krank vor Wut, und daran wird auch alles scheitern.

Für J. Und für Mama, natürlich.

2013/01/06

Even every prison has a open door.

Flacher, apathischer Atem. Es ist warm unter der Bettdecke, zu warm, die stickige Luft schnürt meine Brust zu, aber ich will nicht raus. Schweißgebadet werfe ich mich hin und her, versuche meine Gedanken zur Ruhe zu bringen, vergeblich. Nehme alles wie in einem altem Stummfilm wahr. Schwarz grau, an den Rändern meines Blickwinkels flimmert es, höre nichts außer das Ticken der Uhr, so laut, als würde sie mir ins Ohr brüllen. Stehe auf, taste nach meinem Feuerzeug. Drücke herunter. Die Flamme schießt hervor, beleuchtet den Raum, mein Finger rutscht kraftlos herunter, alles versinkt wieder in Schwärze. Schließe die Augen, die Dunkelheit flackert. Meine Lider schmerzen. Will schlafen, doch kann nicht. Will gleichzeitig das Fenster aufreißen, raussteigen, in die finstere, kalte Nacht laufen, barfuß in leichter Kleidung über nassen Stein, irgendwo hinirren, bloß weit weg von hier, von mir selbst.
Insomnia.

Nichts ist schmerzender, als sich der Isolation hingeben zu müssen, nurweil man glaubt, alleine am besten zurecht zu kommen.

Ich glaube eines Tages wird man herausfinden, was es mit dem Leben auf sich hat. Die Regeln, die Regelmäßigkeiten, die Gründe, die Zwecke. Und dann werden sie lachend auf uns herabschauen und sagen: Schau mal, wie primitiv sie waren, haben gedacht, der Sinn des Lebens ist Leben, haben sich dafür umgebracht, obwohl die Lösung direkt vor ihnen war...