Ich habe mich in meinem Zimmer verbarrikadiert. Will niemanden mehr sehen oder hören. Drehe die Musik bis zum Anschlag auf. Nehme die Streichhölzer raus, die ich immer bei mir habe, obwohl ich nicht rauche. Eigenartig, warum eigentlich?
Ich lasse den Zündkopf an der Zündflache runterratschen. Warte, bis es endlich Feuer fängt.
Die Flamme züngelt und leckt. Wie es brennt und lebt. Trachtet danach, das zu tun, wozu sie existiert: zu zerstören und zu vernichten.
Ich setze die Buchseite in Brand.
Zunächst brennt es kontrolliert, zögernd. Dann mit zunehmender Geschwindigkeit. Ich fahre mit dem Streichholz herum und lasse paar Stellen braun werden. Puste das Feuer dann aus.
Ich liebe es, wenn die Panik durch meine Nerven und Knochen schneidet, wenn die Flamme nicht sofort ausgeht und sich weiter durchfrisst, nachdem ich gepustet habe. Ich liebe es, wie das Papier glüht und sich kräuselt und dann zu Asche verkohlt. Ich liebe den aufsteigenden Rauch, in wunderschönen grauen Wirbeln, unregelmäßig und doch vorhersehend.
Ich nehme einen tiefen Atemzug. Inhaliere ihn. Den würzig-holzigen Geruch.
Verdammt, ich mutiere langsam zum Raucher.
Fenster sind verschlossen und Tür hermetisch verriegelt, fackle noch ein bisschen mehr ab und auf geht's in den Vergnügungspark namens Tod, kichert die Irre in mir.
Ein Akt rebellischer Selbstzerfleischung.
Ich seufze und reiße das Fenster auf.
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