2012/03/21

Denn Hass ist das einzige, womit sich das Leben langfristig aushalten lässt.

Was mir mitten im Geschichtsunterricht auffiel, war, dass es keine typischen Assoziationen mit Hass gab. Zumindest für mich. Abgesehen von der Farbe Schwarz.
Und so kritzelte ich im Unterricht vor mir hin.

Beispielsweise bedeutet Misanthropie (Bestandteil meines mittlerweile zum verdammten dritten Mal geänderten Blognamen) schlichtweg Menschenhass.
Ja, ich hasse den Menschen. Nein, ich bin mit fünfzehn nicht zu jung, um das zu sagen. Denn ich habe fünfzehn Jahre meines Lebens nichts anderes als eingebläut bekommen, dass Menschen nur zu Enttäuschungen und Verletzungen fähig sind.
Ich hasse die Menschen, weil sie sich gehoben betrachten und denken, Richter der Welt sein zu können. Weil sie nichts als egoistische, selbstsüchtige Kreaturen sind. Weil sie eine oberflächliche, macht- und geldorientierte Gesellschaft bilden. Weil sie mich zu dem gemacht haben, was und wie ich heute bin, nur ein Abbild ihrer Wünsche.

Um es mal kurz zu halten.

Und falls die Frage auftauchen sollte, ja ich hasse mich auch selbst.
Dafür, dass ich aus Bequemlichkeit weiterhin Fleisch esse, obwohl ich es mit Wille durchziehen könnte, Vegetarier zu werden. Dafür, dass ich oftmals in meinen eigenen Selbstmitleid versinke und es schlichtweg erbärmlich ist. Dafür, dass ich unfähig bin aus meinen Tief herauszukommen. Dafür, dass ich so viel geben könnte, aber selber nur nehme - gedankenlos.

Ja, ich habe genug Hass für jeden, für alles. Die Welt beheimatetet genug Hass.

Meine armselige Personifikation des Hasses, der sich in einer Ecke meines Gehirns eingenistet hat und dem ich letztendlich meine geliebte Anti-Alles Haltung verdanke.

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