Das Alter und Altersgrenzen.
In letzter Zeit werde ich ja förmlich dazu gezwungen, mit der Nase auf das Thema zu stoßen.
Eine gleichaltrige Freundin von mir hatte Panik, dass ihre Mutter ihr den Kopf wäscht, wenn sie mit ihrem volljährigem Freund ankommt. (Zum Glück nichts schlimmes passiert.)
Offiziell dürfte ich gar nicht auf die Stufenfete meiner Stufe, weil ich keine 16 bin. (Ich bin trotzdem reingekommen weil es meine Stufe war.)
Meine beste Freundin macht sich Gedanken, weil sie einen 19-jährigen kennengelernt und sie Angst hat, dass der Altersunterschied unüberwindbar ist.
Schwachsinn.
Die Altersgrenzen, die wirklich zählen und was ausmachen, sind die vom Gesetz. Der Staat kann nicht bei jedem die geistige Reife überprüfen und geht mit der Altersgrenze davon aus, dass ab dem Alter ein gewisser Grad an Vernunft vorhanden ist. Theoretisch.
Hält sich sowieso keiner dran, dass Alkohol erst ab 16 ist und sich dann mit 13 schon ins Koma säuft.
Doch bei sozialen Kontakten spielt das Alter eine untergeordnete Rolle. Oder so gut wie gar nicht. Klar, auch nicht gut wenn ein über 60-jährigen eine 11-jährige abschleppt. Ich will weder Sexismus noch Pädophilie unterstützen noch verteidigen.
Aber ich glaube, dass es in erster Linie darauf ankommt, dass man sich versteht. Also möglichst gleiche Interessen, Ansichten, sonstwas. Oder wenigstens ein gemeinsamer Punkt, von dem man in verschiedene Richtungen gehen kann. Dass man ohne irgendwelche Vorurteile redet. Man weiß nie, ob der Gegenüber trotz seines Alters geistig etwas zurückgeblieben ist oder weit voraus. Ich kenne 18-jährige, die sich so benehmen und ausdrücken als würden sie gerade die Grundschule beenden. Ich kenne aber auch 12-jährige, die sich vom Benehmen her direkt in einer Bank als Filialleiter bewerben könnten.
Ein weiterer Grund, warum ich das Thema anschneide, ist, dass ich das grad selber erlebe.
Ich kenne ihn indirekt über die CeBit, wo ein Starcraft 2 (ich komme wohl nicht darum herum, darüber einen Post zu schreiben...) Turnier ausgetragen wurde. Schonmal gleiches Interesse. Und es kam der altbekannte Facebook Add, und dank der Facebook-Generation, die so gut wie alles Schützenswerte von sich preisgibt, wusste ich schon grundlegendes von ihm.
Zum Beispiel auch, wie alt er ungefähr war: Er studierte. Was mich zunächst aus der Bahn warf. Müsste damit seeeehr viel älter als ich sein. Der geistige Unterschied wahrscheinlich meilenweit.
Aber als wir schrieben, schnitten wir das Thema Alter nur kurz an und das sogar nicht konkret. Ich wusste nur, dass er studierte. Von mir wusste er nur, dass ich in der Oberstufe bin.
Ende des Themas. Er behandelt mich nach Charakter und nicht nach Alter und ich ebenso.
Wir verstehen uns trotzdem blendend.
Mittlerweile geht es bei uns auch nicht mehr um Starcraft, wir reden über Themen, die die Welt so hergibt. Ich weiß immer noch nicht, wie alt er tatsächlich ist.
Es hatte nie eine Rolle gespielt, was sollte sich daran groß ändern?
Und ja, ich bin voller Überzeugung, dass die Kommunikation klappen kann.
Ich will niemanden überreden oder Lebensweisheiten mit auf dem Weg geben wie in Filmen, was ich selber hasse. Letztenendes muss jeder die Erfahrung selber machen.
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