2012/05/04

#1 Gedanken eines Amokläufers.

Es gibt zwei Sorten von Leben.

Zum einen ist da das völlig sorglose, dass die meisten Menschen leben. Alles toll. Keine Probleme. Unzählige Freunde, zufriedenstellende Noten, liberale Eltern und mehr.

Dann ist da das beschissene Leben. Mal abgesehen von den Opfern von Naturkatastrophen und sowas. Das Leben, in dem man Freunde an einer Hand abzählen kann. Einer.

Das, in dem man ständig misstrauisch ist, sich fragt, ob diese Person, die vor mir steht, tatsächlich mit mir befreundet sein will oder ob sie nur darauf wartet, mich demütigen zu können. Wenn man einen Fehler machst, einen einzigen.

Niemand kann sich vorstellen, wie es einem geht, wenn ich am Ende bin. Ich kaue jedes Wort zweimal durch, bevor ich es sage, und trotzdem ist alles falsch. Ich mache es ständig, weil ich kein Risiko eingehen will, denn man würde völlig zugrunde gehen. Wegen einem Fehler, einem einzigen.

Dieses Leben, in dem ich mich ständig frage, ob es sich lohnt. Ob es sich lohnt, weiterzuleben. Nur um weiter gedemütigt zu werden. Immer wieder kommen einem Selbstmordgedanken. Und man weiß genau: Entweder es geht nie vorbei oder man geht zugrunde, bevor das Leben besser wird.

Und wenn man so weit ist, stellt man sich die Frage: Mache ich einen stillen Abgang, erlöse ich mich durch Suizid? Oder nehme ich die Schuldigen mit und räche mich?

Oder geht es vorbei, bevor es soweit kommt?


Inspiration und Empfehlung: Joachim Gaertner "Ich bin voller Hass - und das liebe ich"

1 Kommentar:

  1. Ich hab mir deinen Blog mal durchgelesen und muss einfach sagen: Gut geschrieben und zwar richtig gut.
    Du schreibst über den Hass zum Menschen und auch über das Leben selber, was mir sehr gut gefällt. Sich mit Dir zu unterhalten, wäre sicher sehr interessant ^^
    Deinen Schreibstil ist was ganz besonderes, meinen Daumen hoch und mach weiter so :)

    Viele Grüße
    Arlen ( http://www.just-give-me-myself-back.blogspot.com/ )

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