"Was hast du da an deiner Hand?", fragt er plötzlich drohend.
Obwohl ich genau weiß, was er meint, schnellt mein Blick nach links zur roten Linie, dann zuckt mein Blick zurück. Ich unterdrücke den Impuls, meine Hand zu ballen und den Schnitt zu verstecken. Ringe mit der aufkeimenden Panik, entdeckt zu werden. Krame die Ausrede hervor, die ich mir vorsorglich zurechtgelegt habe. "Achso, das." Sprich ruhiger, beschissene Kuh. Ich strecke meine Handfläche und tue so, als würden mir die zwei Schnitte erst jetzt auffallen. Tue so, als wäre ich nicht diejenige, die von einem Anfall Schlaflosigkeit und Wahnsinn um 2:19 morgens sich die Hand absichtlich aufgeschlitzt hat. Leider nicht sonderlich tief, verdammt. "Einige Idioten haben gestern Flaschen runtergeworfen. Ich hab in die Scherben gepackt. Und mich dabei geschnitten." Das ist nicht mal gelogen. Ich habe bloß zwei verschiedene Geschichten zusammengefügt, die mich gar nicht betrafen. K. hat die leere Flasche umgestoßen, die aber am Stück überlebte. A. hat sich an irgendeiner Scherbe am Büffet in den Finger geschnitten und die Wunde mit Wodka desinfiziert.
Er schaut mich argwöhnisch an. Sein Tonfall ist scharf. "Warst du betrunken?"

Da wartet ein Blogaward auf dich, viel Spaß.
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