Ich ziehe. Der Schwindel wiegt mich hin und her, doch der Waldboden unter meinen Füßen bleibt eben. Süßer Nebel legt sich auf meine Zunge. Meine Kehle brennt wie Napalm. Hin und wieder spucke ich Pflanzenteile aus, die sich durch den Tip geschlichen haben. Der Wind beißt sich in meine Hände fest.
Sie nimmt mich an die Hand. Ich spüre kaum ihren Händedruck, meine Finger sind eiskalt, kann nichtmals meine um ihre klammern. Ein gelber Schleier legt sich um die Umgebung. Die Blätter sind einen Tick gelbstichiger, die Bäume sehen so aus, als hätte man einen Instagram-Filter verwendet.
Ich drücke den Joint auf den kalten Boden aus und werfe den Rest ins Gebüsch.
Wir kommen ohne Probleme zu mir nach Hause, hängen unsere Jacken auf. Haare, Kleidung, Finger. Alles riecht nach Gras. Ich reiße das Fenster auf, werfe mich aufs Bett. Stechende Kopfschmerzen. Sie tumblrt an ihrem Mac. Ich versuche, die sich anhäufenden SMS zu beantworten, aber meine Finger sind einzige Eiszapfen. Irgendetwas Grelles explodiert vor meinem Sichtfeld. Ich setze mich wieder auf, hocke mich auf den Boden.
"Weißt du, was ich schon immer mal machen wollte?" Sie macht das Licht aus, dreht an ihrem Mac Casper auf und legt sich zu mir auf den Boden.
Wir philosophieren in völliger Dunkelheit über das Universum, über die Menschen. Die Worte in meinem Mund sind wie zähes Lava, meine Stimme klingt schwerfällig. Vergesse bereits beim Beginn eines neuen Themas, was wir davor diskutiert haben. Auf und Davon spielt im Hintergrund, so unglaublich viel langsamer als normalerweise. Ich lege meine Hände auf die brütend warme Heizung, doch eine halbe Stunde später spüre ich sie immer noch nicht.
Irgendwann machen wir das Licht an, gucken ein Dutzend Kraftklub Interviews und bauen bei Sims 3 existierende, charakterlich hässliche Menschen nach.
Ich liebe sie.
Als sie zuhause sitzt, schreibt sie mir, dass sie unwissentlich das ganze Gras, was sie für den Zehner bekommen hat, in unsere zwei Joints getan hat, die wir geraucht haben.
Nullkommafünf Gramm. Olé.

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